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  • 9. Juli 2008, 10:28, NZZ Online

    Frühenglisch braucht langen Atem

    Frühenglisch braucht langen Atem

    Zwischenbilanz nach vier Jahren ortet Lücken und Chancen

    Seit vier Jahren gibt es Frühenglisch-Unterricht an Zürcher Schulen. Seit vier Jahren gibt es Frühenglisch-Unterricht an Zürcher Schulen. (Bild: Karin Hofer)
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    Frühenglisch in der Primarschule bewährt sich. Die Sprache ist für die Kinder attraktiv. Für die Lehrer ist der Sprachunterricht aber eine didaktische Herausforderung. Es braucht zusätzliche Anstrengungen zur Weiterbildung und zur Einführung der neuen Lehrmittel, wie eine Studie festhält.

    awy. «Die Reform weitertreiben» – diese Forderung steht am Schluss einer neu veröffentlichten Studie zu Frühenglisch in der Primarschule. Frühenglisch habe sich bewährt, hält Daniel Stotz von der Pädagogischen Hochschule Zürich im Gespräch mit NZZ Online fest. Die Sprache sei für die Schülerinnen und Schüler attraktiv, sie sei als erste Fremdsprache geeignet. Doch seien zusätzliche Anstrengungen nötig, um das Fach erfolgreich zu etablieren.

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    Didaktische Herausforderung

    Im Unterricht seien Lehrerinnen und Lehrer didaktisch gefordert: Sie sollten vom drillmässigen Üben von Formen und Vokabeln wegkommen und dafür die Schülerinnen und Schüler vermehrt sprechen und erzählen lassen. Die Anstrengungen im Bereich Weiterbildung der Lehrer seien zu verstärken. Insbesondere brauche es auch eine umfassende Einführung zum Einsatz der neuen Lehrmittel. Es gelte auch, das besondere Sprachlernpotenzial der zweisprachigen Schüler – oft besuchen die Kinder von Ausländern die Sek B oder C – besser auszuschöpfen.

    2004 wurde das Fach Englisch im Kanton Zürich ab der zweiten Primarklasse eingeführt; das löste damals Diskussionen im ganzen Land aus. Manche sahen den Zusammenhalt der Eidgenossenschaft in Gefahr, andere fanden, die Kinder würden überfordert. Unterdessen hat man sich an Frühenglisch gewöhnt; es ist heute der Standard in den Kantonen der Zentral- und Ostschweiz. Eine Vorreiterrolle hatte Appenzell Innerrhoden. Weiter westlich aber, näher an der Sprachgrenze, halten die Kantone an Französisch als erster Fremdsprache fest.

    Englische Sprachfetzen im Alltag

    Die Studie hält nun fest, dass Frühenglisch in der politischen Diskussion zum Teil mit falschen Erwartungen oder unter falschen Annahmen eingeführt wurde. Insbesondere stimme es bei genauer Betrachtung nicht, dass Englisch im Alltag der Kinder omnipräsent sei. Wohl hören sie englische Lieder oder begegnen englischen Sprachfetzen in Computerspielen – aber eine interaktive und produktive Sprachbegegnung ist das in den Augen der Forscher nicht.

    Die Fallstudie «Die Einführung des Englischen als Herausforderung für die Volksschule» wurde erarbeitet im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Sprachenvielfalt und Sprachkompetenz in der Schweiz» (NFP 56). Sie stützt sich auf intensive Beobachtung in zwei Gemeinden, einem Vorort von Zürich mit hohem Anteil von Einwanderern und einem Ort mit wenig Einwanderern im Kanton Appenzell Innerrhoden. Die Namen der Orte werden aus Diskretionsgründen nicht bekannt gegeben.

    . Lesen Sie mehr zum Thema Interview: «Zu viel gedrillt»
    Link: http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/fruehenglisch_1.778931.html

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