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  • 22. November 2008, Neue Zürcher Zeitung

    Neue Vandalenakte jüdischer Siedler in Hebron

    Neue Vandalenakte jüdischer Siedler in Hebron

    Jugendliche Extremisten randalieren gegen einen Gerichtsentscheid

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    Das israelische Oberste Gericht hat die Räumung eines Hauses in Hebron angeordnet, in dem seit einem Jahr jüdische Siedler wohnen. Daraufhin tobten Hooligans aus der Siedlerszene in arabischen Wohnvierteln der Stadt.


    gsz. Jerusalem, 21. November

    Die israelische Armee macht sich auf ein Kräftemessen mit Siedlern gefasst, nachdem das Oberste Gericht die Räumung eines umstrittenen Gebäudes in der palästinensischen Stadt Hebron befohlen hat. Jüdische Kreise hatten das Haus, das sich ausserhalb der jüdischen Enklaven der Stadt befindet, angeblich einem palästinensischen Besitzer abgekauft, doch bestehen Unklarheiten über die wahren Besitzverhältnisse. Stimmen aus der Siedlerszene kündeten an, dass man sich einer Räumung auch gewaltsam widersetzen würde, und am Donnerstag randalierten Jugendliche in arabischen Wohnvierteln.

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    Räumung angeordnet

    Im März 2007 waren neun Familien in der Nacht in das mehrstöckige Gebäude eingezogen, doch focht der angebliche Besitzer die Besitznahme an. Am vergangenen Sonntag ordnete das Oberste Gericht an, dass das Haus innerhalb dreier Tage geräumt werden müsse und bis zur Klärung der Verhältnisse nicht bewohnt werden dürfe. Siedlerkreise erklärten sofort, dass sie die richterliche Anweisung ignorieren und sich jeglichem Versuch der Armee oder der Polizei, sie aus dem umstrittenen Gebäude zu entfernen, widersetzen würden. Dutzende von zumeist jugendlichen Siedlern brachten seitdem Matratzen und Lebensmittel in das Gebäude und versicherten, dass sie dort ausharren würden. Da am Samstag in den Synagogen das biblische Kapitel über Abrahams Kauf der Höhle Machpela in Hebron gelesen wird, werden für das kommende Wochenende Tausende von jüdischen Pilgern in der Stadt der Patriarchen erwartet. Die Sicherheitskräfte befürchten Zusammenstösse.

    Einen ersten Vorgeschmack der Gewaltbereitschaft der Extremisten erhielt man am Donnerstagabend. Gewaltbereite Jugendliche randalierten in arabischen Quartieren der Stadt, entwurzelten Olivenbäume, schändeten Gräber, schmierten blasphemische Parolen auf eine Moschee und provozierten Zusammenstösse mit Armee-Einheiten, in deren Verlauf ein Soldat verletzt wurde. Bis anhin machten Armee und Polizei jedoch keine Anstalten, dem ungesetzlichen Treiben ein Ende zu setzen.

    Gerichtsurteile ohne Wirkung

    Mehrere Urteile des Obersten Gerichts in ähnlichen Fällen sind bisher ebenfalls einfach missachtet worden. Zum Beispiel befahl das Oberste Gericht im vergangenen Januar, dass der illegale Aussenposten Migron nach mehreren Aufschüben spätestens bis Anfang August geräumt werde, doch geschah bis anhin nichts. Aus Armeekreisen verlautete, dass die Lage in der Zeit vor den Parlamentswahlen im kommenden Februar besonders explosiv sei und die Armee sich aus kontroversen Situationen heraushalten solle.


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