Samstag, 22. November 2008, 03:14:44 Uhr, NZZ Online
Viel Aufwand – geringe Wirkung
(sda) Mit diesem Argument nahm der Kantonsrat am Montag einen Planungsbericht des Regierungsrates ablehnend zur Kenntnis und erteilte damit der lohnwirksamen Qualifikation eine Abfuhr. Bildungsdirektor Anton Schwingruber erinnerte daran, dass die lohnwirksame Beurteilung der Lehrer ein altes Anliegen sei und der Planungsbericht vom Parlament selbst verlangt worden sei.
Heute wirkt sich bei den Lehrern (im Gegensatz zum restlichen Staatspersonal) die Leistung nur punktuell auf die Besoldung aus. Der Regierungsrat schlug deshalb vor, dass die Lehrkräfte alle zwei Jahre in einem Gespräch beurteilt werden und aufgrund der gezogenen Bilanz der Lohn festgelegt wird.
Alle Fraktionen beurteilten die vorgeschlagene Systemänderung aber ungünstig. Der Grüne Nino Froelicher bezeichnete die Ansicht, dass Leistung messbar sei, als ideologisch. Die immateriellen Anreize seien an der Schule wichtiger als die materiellen.
Auch Josef Roos, Sprecher der SVP, sagte, dass viele Lehrer aus ideellen Gründen arbeiteten. Die lohnwirksame Qualifikation bringe zwar administrative Kosten von zwei Millionen Franken, aber keinen nachweisbaren Nutzen für den Unterricht.
Ins gleiche Horn bliesen Sprecher von CVP, FDP und SP. Machbar sei alles, doch stelle sich stets die Frage des Aufwandes, sagte Erna Müller (CVP). Mehr Geld für Kontrollen und Berichte bedeute weniger Geld für den Unterricht.
Dieter Hässig (FDP) wies darauf hin, dass schon heute hervorragende Leistungen honoriert werden könnten. Und Trix Dettling (SP) zeigte sich überzeugt, dass die Luzerner Schulen bereits über ein wirksames Qualitätssystem verfügten.
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