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  • 8. Juli 2008, 13:18, NZZ Online
    Interview

    «Es wird noch zu viel gedrillt»

    «Es wird noch zu viel gedrillt»

    Sprachdidaktiker Daniel Stotz über Frühenglisch in der Primarschule

    Daniel Stotz, Pädagogische Hochschule Zürich. Daniel Stotz, Pädagogische Hochschule Zürich. (Bild: pd)
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    Daniel Stotz von der Pädagogischen Hochschule Zürich betont, dass die Motivation der Kinder im Frühenglisch hoch ist. Er lässt auch durchblicken, dass sie bei den Lehrern zum Teil mangelt. Fortbildung heisst seine Losung.

    Was ist die Bilanz von Frühenglisch?

    Englisch ist für die Schüler attraktiv; es ist eine Sprache, die sie interessiert. Englisch begegnet ihnen immer wieder im Alltag, und auch die Eltern wünschen, dass ihre Kinder Englisch lernen. Die Lernmotivation ist hoch. Darum eignet sich Englisch als erste Fremdsprache.

    Nützen gute Englischkenntnisse bei der Lehrstellensuche?

    Da sind vor allem gute Deutschkenntnisse entscheidend. Vor allem bei kaufmännischen Lehren wird zudem auf Englisch und Französisch viel Wert gelegt. Aber es ist wichtig, dass die Schüler den Umgang mit Fremdsprachen lernen. Darauf können sie später aufbauen.

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    Sollte es denn nicht mehr Deutschstunden geben, statt Frühenglisch und Frühfranzösisch?

    Nein. Für Deutsch braucht es vor allem sprachbewussten Unterricht in allen Fächern: Auch in Biologie und Geschichte wird Deutsch gelernt. Das ist die Anwendung der Sprache in verschiedenen Themenfeldern. Vor allem beim Erwerben von Fremdsprachen erkennen die Schüler dann zusätzlich, wie Sprache funktioniert.

    Wie steht es eigentlich mit den vielen zweisprachigen Schülern?

    Die Kinder von Einwanderern haben durch ihre Zweisprachigkeit beim Fremdsprachenerwerb gewisse Vorteile. Sie kennen das ja schon, dass man sich in verschiedenen Sprachen ausdrücken kann. Im Englischunterricht starten sie am gleichen Punkt wie die deutschsprachigen Kinder, bei Null. Und oft sind sie dann wirklich gut. Das gibt Erfolgserlebnisse.

    «Am Besten lernen die Schüler in Gesprächssituationen»  

    Wie läuft eigentlich der Unterricht im Frühenglischen?

    Wichtig ist, dass die Lehrer sich damit identifizieren, dass das jetzt gemacht wird. Und dann brauchen sie didaktisches Flair. In zu vielen Stunden wird noch zu viel gedrillt: Formen und Vokabeln. Am Besten lernen die Schüler aber in Gesprächssituationen, wenn sie auf Englisch etwas erzählen können, was aus ihrem eigenen Leben, aus ihrer Welt kommt. Dazu gehören auch Inhalte aus anderen Fachbereichen.  

    Braucht es Verbesserungen?

    Wichtig ist die Weiterbildung der Lehrpersonen. Und die neuen Lehrmittel müssen besser eingeführt werden. Es braucht Zeit und Energie, die innovativen Lehrmittel «Explorers» (für die Primarschule) und «Voices» (für die Sekundarschule) richtig einzusetzen. Das Wichtigste ist, dass die Lehrer die einzelnen Schüler dort abholen können, wo sie stehen. Eine interessante Möglichkeit wären Niveaukurse für Sek-A und Sek-B-Schüler gemeinsam.

    Interview: awy.

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