Mittwoch, 08. Oktober 2008, 03:33:14 Uhr, NZZ Online
Sprachdidaktiker Daniel Stotz über Frühenglisch in der Primarschule
Was ist die Bilanz von Frühenglisch?
Englisch ist für die Schüler attraktiv; es ist eine Sprache, die sie interessiert. Englisch begegnet ihnen immer wieder im Alltag, und auch die Eltern wünschen, dass ihre Kinder Englisch lernen. Die Lernmotivation ist hoch. Darum eignet sich Englisch als erste Fremdsprache.
Nützen gute Englischkenntnisse bei der Lehrstellensuche?
Da sind vor allem gute Deutschkenntnisse entscheidend. Vor allem bei kaufmännischen Lehren wird zudem auf Englisch und Französisch viel Wert gelegt. Aber es ist wichtig, dass die Schüler den Umgang mit Fremdsprachen lernen. Darauf können sie später aufbauen.
Sollte es denn nicht mehr Deutschstunden geben, statt Frühenglisch und Frühfranzösisch?
Nein. Für Deutsch braucht es vor allem sprachbewussten Unterricht in allen Fächern: Auch in Biologie und Geschichte wird Deutsch gelernt. Das ist die Anwendung der Sprache in verschiedenen Themenfeldern. Vor allem beim Erwerben von Fremdsprachen erkennen die Schüler dann zusätzlich, wie Sprache funktioniert.
Wie steht es eigentlich mit den vielen zweisprachigen Schülern?
Die Kinder von Einwanderern haben durch ihre Zweisprachigkeit beim Fremdsprachenerwerb gewisse Vorteile. Sie kennen das ja schon, dass man sich in verschiedenen Sprachen ausdrücken kann. Im Englischunterricht starten sie am gleichen Punkt wie die deutschsprachigen Kinder, bei Null. Und oft sind sie dann wirklich gut. Das gibt Erfolgserlebnisse.
«Am Besten lernen die Schüler in Gesprächssituationen»
Wie läuft eigentlich der Unterricht im Frühenglischen?
Braucht es Verbesserungen?
Interview: awy.
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