Samstag, 22. November 2008, 03:59:24 Uhr, NZZ Online
cn. Der Zustand der Tramgleise im Bereich Bellevue und Quaibrücke ist so schlecht, dass sie noch in diesem Jahr ersetzt werden müssen. Die stark abgefahrenen Gleise stammen aus dem Jahr 1984, als die alte Quaibrücke durch eine neue ersetzt wurde. Gleichzeitig mit der Gleiserneuerung wird auch ein Hohlraum unter der Quaibrücke instand gestellt, welcher der Stabilität der Brücke dient. Zudem muss eine Wasserleitung ersetzt werden. Wie am Dienstag an einer Medienkonferenz des Tiefbauamts ausgeführt wurde, beginnen die Arbeiten nächste Woche und werden in mehreren Etappen ausgeführt.
Die Erneuerungsarbeiten, die bis Ende Oktober dauern sollen, dürften erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr in der Innenstadt haben. So wird die vierspurige Quaibrücke am Montag nach dem Street-Parade-Wochenende vom 9. und 10. August bis zum Ende der Bauarbeiten in beide Richtungen nur einspurig befahrbar sein. Zudem muss der Tramverkehr über das Bellevue an den Wochenenden vom 30. und 31. August, 6. und 7. September sowie 20. und 21. September eingestellt werden. Die Trams der Linie 15, die durch weitere Bauarbeiten tangiert werden, können während der ganzen Zeit nicht verkehren.
Wie Projektleiter Samuel Wüest am Dienstag bekanntgab, wird dieses Jahr erst der Bereich um das Bellevue instand gestellt. Die Arbeiten an der Quaibrücke werden auf die Projekte Sechseläutenplatz, Utoquai und Bellerivestrasse abgestimmt und erst im Jahr 2011 in Angriff genommen. Die Kosten für die gesamte Sanierung belaufen sich auf 15,3 Millionen Franken.
Nur wenige Wochen nach dem Ende der Fussball-Europameisterschaft wird es im Bereich des rechten Seeufers demnach erneut zu Verkehrsbehinderungen kommen. Das Bellevue – über das fünf Tramlinien führen – ist einer der verkehrsreichsten Orte in der Stadt und stösst im Bereich des Autoverkehrs rasch an seine Kapazitätsgrenze. Betroffen von den Sanierungsarbeiten sind nicht nur die Fahrgäste der VBZ und der Privatverkehr, Auswirkungen hat die Begrenzung der Verkehrskapazität auch auf das Seefeld-Quartier. Bereits während der Fussball-Europameisterschaft hatte sich der lokale Gewerbeverein über massive Umsatzeinbussen während der Strassensperrungen im Bereich des Bellevues beklagt.
Die Verkehrsbehinderungen treffen das Gewerbe und die Quartierbewohner unvorbereitet, wie der Vizepräsident des Gewerbevereins Seefeld, Andreas Honegger sagte. Zwar habe das Tiefbauamt kürzlich einen Informationsabend für das Quartier durchgeführt, wegen der unverfänglichen Formulierung der Einladung sei man sich der Tragweite der Sanierungen aber nicht bewusst gewesen.
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