Samstag, 22. November 2008, 03:50:39 Uhr, NZZ Online
snu. Palo Alto, 7. Oktober
Im kalifornischen San Fernando Valley bei Los Angeles hat ein arbeitsloser Finanzberater seine Ehefrau, drei Söhne im Alter von 7 bis 19 Jahren, die mit der Familie lebende Schwiegermutter und sich selbst erschossen. Wie der Mann indischer Abstammung in einem am Tatort hinterlassenen Abschiedsbrief erläuterte, seien seine Geldsorgen so erdrückend, dass die Bluttat für ihn der einzig akzeptable und ehrbare Ausweg aus der Misere sei. Der Täter hinterliess auch ein vor mehreren Wochen verfasstes Testament, was darauf hinweist, dass er die Tat nicht im Affekt ausgeführt hatte.
Bis vor einigen Jahren soll der 45-Jährige, der für die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Price Waterhouse und das Filmstudio Sony Pictures tätig gewesen war, über ein Jahreseinkommen von 1,2 Millionen Dollar verfügt haben. Der stellvertretende Polizeichef von Los Angeles, Michel Moore, sagte, der Mann sei in einer verzweifelten Situation gewesen, nachdem er vor einem Jahr nicht nur seine Stelle, sondern durch die jüngsten Börsenverluste auch seine gesamten Ersparnisse verloren hatte. «Wir befinden uns in schwierigen Zeiten, die finanzielle Situation vieler Menschen ist unsicherer geworden, und wir können nur hoffen, die Finanzkrise führe nicht noch zu weiteren Familienkatastrophen», so Moore.
Die Familie wohnte seit zwei Jahren in dem Villenviertel nördlich von Los Angeles. Die Polizei vermutet, dass der Mann seine Angehörigen bereits am Samstagabend getötet hat. Die Beamten drangen am Montag in das Haus ein, nachdem die 39-jährige Ehefrau nicht zur Arbeit erschienen war. Alle Opfer waren in ihren Schlafzimmern, alle starben durch Kopfschüsse, wie die «Los Angeles Times» berichtete. Die Leiche des Vaters sei im Schlafzimmer der beiden jüngsten, 12- und 7-jährigen, Kinder gefunden worden, und er habe die Pistole noch in seinen Händen gehalten. In letzter Zeit habe der Mann einen angespannten und psychisch auffälligen Eindruck gemacht, so ein Nachbar im Lokalfernsehen. Ein früherer Mitarbeiter des Täters liess auch verlauten, dieser sei zwar äusserst intelligent, aber oft aufbrausend und unzuverlässig gewesen.
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