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  • 9. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung

    Abgeschwächter Rückgang der Arbeitslosigkeit

    Abgeschwächter Rückgang der Arbeitslosigkeit

    Kein Einfluss der Personenfreizügigkeit

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    Die Arbeitslosigkeit ist im Kanton Zürich weiter rückläufig. Die Einführung der Personenfreizügigkeit und die Bankenkrise hatten bisher keine spürbaren Auswirkungen auf die Beschäftigungslage.

    ark. Es war ein Schönwetter-Mediengespräch, zu dem das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) am Dienstag eingeladen hat. Die Arbeitslosigkeit habe im Kanton Zürich weiter leicht abgenommen, verkündete Amtsdirektor Bruno Sauter, wenn auch gegenüber den Vormonaten mit leicht abgeschwächter Quote.

    Im Juni waren im Kanton 22 890 Personen als Stellensuchende gemeldet, 512 weniger als einen Monat zuvor. 16 185 Personen waren als arbeitslos registriert, 390 weniger als im Mai. Dies entspricht einem Rückgang der Quote von 0,1 Punkten auf 2,2 Prozent. Damit liegt der Kanton Zürich um 0,1 Prozentpunkte unter dem nationalen Durchschnitt. Etwas höher liegen die Werte in Zürich und Winterthur. In der Kantonshauptstadt waren es 2,5 Prozent (5279 Arbeitslose) und in der Eulachstadt 2,9 Prozent (1485 Arbeitslose).

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    Zürich reagiert schneller auf Konjunktur

    Laut AWA-Chef Sauter reagiert die wichtigste Wirtschaftsregion des Landes schneller als andere Gebiete auf konjunkturelle Gegebenheiten, weil der sensible Dienstleistungssektor besonders stark vertreten sei. Deshalb kann man davon ausgehen, dass die Arbeitslosigkeit im Kanton Zürich bei einer Rezession überdurchschnittlich ausfallen dürfte. So weit ist es aber noch nicht. Sauter nimmt zwar an, dass die Arbeitslosenzahlen im Finanzdienstleistungssektor steigen werden, er geht aber davon aus, dass der Markt aufnahmefähig ist und die frei werdenden gut qualifizierten Arbeitskräfte neue Stellen finden können.

    Unversehrt hat der Arbeitsmarkt auch die Erweiterung der Personenfreizügigkeit vor gut zwei Jahren überstanden. Entgegen gewissen Befürchtungen hat die starke Zunahme ausländischen Personals die Arbeitsplätze der einheimischen Arbeitnehmer nicht gefährdet. Im Gegenteil: Wie Sauter ausführte, hat die Zuwanderung der ausländischen Arbeitskräfte die Konjunktur zumindest bisher gestützt.

    Regionale Zentren sparen

    Sauter rühmte die Tätigkeit seiner Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) als effizient und erfolgreich. Gemäss einer gesamtschweizerischen Untersuchung arbeiteten sie bezüglich der wichtigsten Parameter effizienter als der Durchschnitt der Kollegen im Rest des Landes. Man habe die Kontakte mit den Arbeitgebern verstärkt und sei stolz auf die grosse Datenbank mit Details über die einzelnen Betriebe. Effizientere Abläufe in der Verwaltung hätten überdies zu einer schnelleren Integration der Arbeitssuchenden geführt. Gleichzeitig habe man mit der Reduktion der maximalen Anzahl von Bezugstagen in der Arbeitslosenversicherung von 171 auf 160 im vergangenen Jahr Einsparungen im Umfang von 64 Millionen Franken registriert. Sauter wollte sich bezüglich Prognosen zum weiteren Konjunkturverlauf nicht auf die Äste hinauslassen. Vieles werde davon abhängen, wie die Konsumenten auf die stark steigenden Rohstoffkosten reagieren. Sollten sie trotz Mehrkosten unverändert konsumieren, hätte dies keine Auswirkungen auf das Bruttoinlandprodukt, bilanzierte der AWA-Chef.


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