Donnerstag, 08. Januar 2009, 07:49:20 Uhr, NZZ Online
ped./cf. Schweizer Sportinteressierten ist die (Telefon-)Nummer 164 seit Jahrzehnten bestens vertraut. Für den Stastny-Eishockey-Clan hat die Zahl diese Woche auch eine Bedeutung, wenn auch eine andere, erhalten. Nach 164 Spielen in der National Hockey League (NHL) und 164 gesammelten Skorerpunkten hat der 22-jährige Center Paul Stastny von seinem Team Colorado Avalanche eine Vertragsverlängerung um 5 Jahre erhalten – zu 33 Millionen Dollar. Sein bisheriges Gehalt hat Stastny damit zwar nicht mit Faktor 164 multipliziert, aber immerhin fast verfünffacht. Und nebenbei hat er seinen drei Jahre älteren Bruder Yan, der ebenfalls in der NHL für die St. Louis spielt, überholt; der verdient nämlich weiterhin «nur» eine halbe Million.
Paul hat mit dem hochdotierten Vertrag einen neuen Markstein in der Familiendynastie gesetzt. Peter Stastny, der Vater, hatte sich mit seinem Bruder Anton 1980 aus der Tschechoslowakei abgesetzt – was später Dutzende von weiteren tschechoslowakischen und vor allem auch russische Eishockeyspieler nachahmen sollten. Zusammen mit dem ein Jahr später geflüchteten Marian bildeten Peter und Anton vier Saisons lang den gefürchteten Bruder-Sturm der Quebec Nordiques (das Team dislozierte 1995 nach Denver und wurde in Colorado Avalanche umgetauft).
Es war nach den Bentley- und Plager-Brothers erst das dritte Mal in der NHL-Geschichte, dass ein Bruder-Trio im gleichen Team spielte. Peter war der mit Abstand erfolgreichste der drei Stastnys, schon als Rookie brach er Rekorde und erzielte in seinen 15 NHL-Saisons 1239 Skorerpunkte, ehe er in die Heimat, die eben erst unabhängig gewordene Slowakei, zurückkehrte und noch eine Saison bei seinem ursprünglichen Verein Slovan Bratislava anhängte.
Heute leben die Stastnys Globalisierung vor; Peter sitzt im Europaparlament, alle drei sind Doppel- oder sogar Dreifachbürger. Peter war erst tschechoslowakischer Internationaler, dann kanadischer, schliesslich slowakischer. Im letzten Jahr war er Manager der slowakischen Nationalmannschaft.
Seine Söhne spielten an Weltmeisterschaften für das US-Team, Yan 2005, Paul 2007. Marian und Anton spielten im Herbst ihrer Karriere auch in der Schweiz, Ersterer in Siders, Letzterer in Freiburg und Olten. Anton lebt heute als Geschäftsmann in Lausanne und ist mit dem dortigen Nationalliga-B-Verein verbandelt.
Gut möglich, dass Yan und Paul eines Tages wie ihr Vater und ihre Onkel im gleichen Team spielen. Eines aber werden sie bestimmt nie erreichen – den Skorer-Rekord für Brüder in der NHL. Den halten die Gretzkys. Gretzkys – in der Mehrzahl? Ja, Wayne buchte 894 Tore (und 1963 Assists), Brent 1 Tor (und 4 Assists). Wer weiss, vielleicht packt's die nächste Stastny-Generation, mit Julien, dem Sohn von Yan, ist der Anfang gemacht. Er ist 2.
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