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  • 3. Dezember 2008, Neue Zürcher Zeitung

    Überfälliger Systemwechsel beim Einlegerschutz

    Überfälliger Systemwechsel beim Einlegerschutz

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    Mt. (Bern) Die Tage des schweizerischen Systems des Einlegerschutzes sind gezählt. Zu offensichtlich sind seine Mängel. Das heutige System zum Schutz von Bankkunden im Fall eines Bankenkonkurses birgt nämlich hohe Risiken für die übrigen Banken, denn sie sind es, die für die garantierten Einlagen der notleidenden Bank aufkommen müssen. Deshalb ist der Betrag, den sie aufwenden müssen, aus gutem Grund begrenzt. Allerdings deckt dieser festgesetzte Höchstbetrag bei grossen Finanzinstituten nur einen kleinen Teil der garantierten Einlagen ab. Da sich die Bankkunden dessen bewusst sind, ist der Einlegerschutz nicht ausreichend, um einen panikartigen Abzug von Geldern sicher zu verhindern. Im Notfall muss der Staat einspringen, um Grossbanken zu unterstützen, auch wenn keine explizite Staatsgarantie besteht. Wenn sich daher der Ständerat für eine Stärkung des Einlegerschutzes ausspricht, so geschieht dies im Wissen darum, dass rasch eine völlig neue Lösung gefunden werden muss. Aber auch wenn man sich von Links bis Rechts über die Mängel des heutigen Systems einig ist, gibt es Fallstricke bei der Neugestaltung des Einlegerschutzes. Jede Versicherungslösung verursacht nämlich Kosten und generiert Anreizprobleme: Je umfassender der Einlagenschutz ist, desto weniger Vorsicht brauchen Kunden bei der Auswahl ihrer Bank an den Tag zu legen. Vielleicht hätte unter einem grosszügigeren Einlegerschutz die mittlerweile konkursite isländische Kaupthing-Bank mit ihren Lockvogel-Angeboten noch mehr Kunden in der Schweiz gewonnen.

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