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  • 2. Dezember 2008, 14:13, NZZ Online

    Schweiz im internationelen Vergleich abgerutscht

    Schweiz im internationelen Vergleich abgerutscht

    Auf Liste der attraktivsten Steuerstandorte vom 15. auf den 19. Platz zurückgefallen

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    Der Steuerstandort Schweiz hat an Attraktivität eingebüsst. Im internationalen Vergleich der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers ist die Schweiz vom 15. auf den 19. Rang abgerutscht. Grund dafür ist das komplizierte Steuersystem.

    (sda) 24 verschiedene Zahlungen und 14 verschiedene Steuern muss ein mittelgrosses Unternehmen in der Schweiz begleichen, oft sogar noch bei unterschiedlichen Ämtern. «Für einen Ausländer wirkt das höchst verwirrend und abschreckend», sagte PWC-Geschäftsleitungsmitglied Andrin Waldburger, der die Studie am Dienstag in Zürich vorstellte.
    Verglichen mit anderen europäischen Länder sei das System nur noch in Polen, in der Slowakei und in Rumänien komplizierter. In Sachen Einfachheit belegt die Schweiz deshalb nur noch Rang 24. Auf dem ersten Platz steht Schweden, wo ein Unternehmen nur zwei Steuerzahlungen pro Jahr leisten muss.

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    63 Stunden für Papierkram

    Trotz der Komplexität braucht ein Schweizer KMU aber nur etwa 63 Arbeitsstunden, also eineinhalb Wochen, um den Papierkram für die Steuern zu bewältigen. Hier belegt die Schweiz, verglichen mit anderen europäischen Ländern, den zweiten Platz. Auf Platz eins steht Luxemburg mit 59 Stunden. Überdurchschnittlich viel Bürokratie gibt es in der Slowakei und in Bulgarien, wo eine Firma ganze 930 beziehungsweise 916 Stunden braucht, um ihre Steuerpflichten zu erledigen.


    Die PWC-Studie hat auch die effektive Steuerbelastung von insgesamt 181 Ländern verglichen. Eine Schweizer Firma musste im letzten Jahr 28,9 Prozent des Gewinns für die Steuern aufwenden, was ihr den 16. Rang sichert.
    Die «Total Tax Rate» (TTR) hat sich in den letzten Jahren zwar nur um 0,2 Prozentpunkte reduziert, liegt aber immer noch weit unter jener der Nachbarländer. In Deutschland beispielsweise beträgt die TTR 50,5 Prozent, in Italien sind es sogar 73,3 Prozent. «Die Steuerbelastung ist in der Schweiz nach wie vor moderat», bilanzierte Waldburger. Dies mache sie trotz der Komplexität zu einem attraktiven Steuerstandort für Unternehmen.

    Schlusslichter Kongo, Ukraine und Weissrussland

    Der Steuerwettbewerb sei im letzten Jahr aber deutlich härter geworden. Für die Schweiz sei es nun wichtig, die Komplexität und die Anzahl verschiedener Steuerarten zu reduzieren, um nicht noch weiter abzurutschen, so Waldburger weiter. Die Schweiz, im letzten Jahr noch auf Platz 15., belegt in der aktuellen Studie noch den 19. Platz.
    An der Spitze des internationalen Vergleichs stehen die Malediven, Katar, Hongkong und die Vereinigten Arabischen Emirate, gefolgt von Singapur, Irland und Saudi-Arabien. Für Unternehmen regelrecht abschreckend sind laut der PWC-Studie die Steuer- Schlusslichter Republik Kongo (Platz 179), Ukraine (Platz 180) und Weissrussland (Platz 181).

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