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  • 9. Juli 2008, 11:05, NZZ Online

    Pornos kein Grund für Entlassung bei Tessiner Radio

    Pornos kein Grund für Entlassung bei Tessiner Radio

    Moderator siegt vor Gericht – «Satirisch-kritische» Recherche

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    Ein ehemaliger Moderator des Radios der italienischen Schweiz bekommt wegen seiner Entlassung im Jahr 2001 eine Entschädigung in Hohe von 55'000 Franken. Das Appellationsgericht wies die Anschuldigung zurück, er habe unmässig viele Porno-Seiten am Internet während der Arbeitszeit angesehen.

    (sda) Der ehemalige Tessiner Radio-Moderator Sergio Savoia hat den Rechtsstreit mit der RTSI um seine Entlassung im August 2001 gewonnen. Nach dem Bezirksgericht sah nun auch das Appellationsgericht die Kündigung als ungerechtfertigt an. Savoia erhält rund 55'000 Franken Entschädigung von der RTSI, Zinsen nicht inbegriffen.

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    Übermässig viele Pornos

    Der Fall reiche ins Jahr 2001 zurück und sei für das Unternehmen «substanziell schon seit langem erledigt», teilte die RTSI in einem Communiqué mit.

    Das Appellationsgericht entschied, dass die Anschuldigungen der RTSI an die Adresse von Savoia nicht standhielten. Diesem wurde vorgeworfen, er habe während seiner Arbeitszeit übermässig viele pornografische Internet-Seiten besucht.

    Für Satiresendung recherchiert

    Savoia bestritt nicht, einschlägige Seiten angeklickt zu haben, wohl aber das ihm vorgeworfene Ausmass. Mit der Begründung, eine satirisch-kritische Internet-Sendung vorzubereiten, hatte er Zugang zu Seiten bekommen, die für andere Mitarbeiter der RTSI durch einen Filter gesperrt waren.

    Er sei froh, dass er auch in zweiter Instanz Recht bekommen habe, schrieb Savoia in einer Stellungnahme. Allerdings könne das Urteil all die Unannehmlichkeiten nicht rückgängig machen, die er und seine Familie in Folge der fristlosen Entlassung erlitten hätten. Der 44-jährige Savoia ist heute als Geschäftsführer einer Umweltorganisation tätig. Ausserdem vertritt er die Grünen im Tessiner Kantonsparlament.

     

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