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  • 9. Juli 2008, 11:54, NZZ Online

    Mobil telefonieren – viel bezahlen

    Mobil telefonieren – viel bezahlen

    Die Schweiz hat im europäischen Vergleich hohe Handy-Tarife

    Fan der spanischen Fussball-Nationalmannschaft Den Mobilkunden vergeht in der Schweiz das Lachen ob der hohen Handy-Tarife. (Bild: Reuters)
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    Wer in der Schweiz mit dem Handy telefoniert, zahlt noch immer deutlich mehr als in Nachbarländer der EU. Es gibt zwar mehrere Anbieter, der Wettbewerb spielt aber nach Ansicht des Bundesamts für Kommunikation nicht effizient genug.

    (ap) Telefonieren mit dem Handy ist in der Schweiz nach wie vor deutlich teurer als im Durchschnitt der EU-Länder. Besser steht die Schweiz bei den Festnetztarifen da, wie der am Mittwoch vom Bundesamt für Kommunikation (Bakom) veröffentlichte Vergleich der Fernmeldemärkte zeigt.

    Bei der Nutzung des Mobiltelefons ist die Schweiz trotz sinkenden Tarifen im europäischen Vergleich auch 2007 eine Hochpreisinsel geblieben. Die aufgrund von drei Konsumkörben für geringen, mittleren und grossen Nutzungsbedarf errechneten monatlichen Kosten sind in der Schweiz zwischen 7,5 Euro und 23,2 Euro teurer als im Mittel aller EU-Staaten. Die Schere hat sich sogar weiter geöffnet. In der EU sanken die monatlichen Kosten beim mittleren Nutzungsbedarf innert Jahresfrist von 25,9 Euro auf 22,8 Euro. In der Schweiz gingen die Handy-Kosten hingegen bloss um 30 Cents zurück, von 37,3 auf 37,0 Euro.

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    Auch die Schweizer Terminierungsgebühren - also jene Gebühren, die Drittunternehmen bei der Umleitung von Anrufen von deren Mobilfunknetz auf das eigene Netz verrechnet werden - gehören weiterhin zu den höchsten in Europa. Die gewichtete Gebühr von 12,8 Cents pro Minute liegt um 32 Prozent über dem Durchschnitt der EU. Der Unterschied ist dabei weiter gewachsen.

    Swisscom immer noch marktbeherrschend

    Mit fünf Betreiberinnen von Mobilfunknetzen liegt die Schweiz im Vergleich mit den EU-Ländern im vorderen Teil der Rangliste. Gemäss Bakom reicht dies aber noch nicht aus, um einen effizienten Wettbewerb zu gewährleisten. Der Marktanteil der Ex-Monopolistin Swisscom ist mit 61,9 Prozent der dritthöchste in Europa hinter Zypern und Slowenien. In der EU haben die früheren Monopolisten durchschnittlich noch einen Marktanteil von 39,4 Prozent.

    Erstmals mehr Handy-Nutzer als Einwohner

    Erstmals mehr Handy-Nutzer als Einwohner

    (ap) In der Schweiz hat es letztes Jahr erstmals mehr Handy-Nutzer als Einwohner gegeben. Mit 7,91 Millionen Mobilfunkabonnenten beziehungsweise Prepaid-Karten erreichte die Marktdurchdringung einen Wert von 104,2 Prozent, wie das Bakom schreibt. Im Vorjahr waren es noch 7,22 Millionen Nutzerinnen und Nutzer gewesen, was einer Marktdurchdringung von 96,2 Prozent entsprochen hatte. Im Vergleich mit den EU-Ländern liegt die Schweiz aber nur im unteren Drittel und knapp 8 Prozentpunkte unter dem gewichteten Mittel. Luxemburg erreichte bei der Durchdringungsrate den Spitzenwert von 170,6 Prozent; Frankreich war mit 82,9 Prozent das Schlusslicht.

    Besser sieht es für die Schweiz bei den Festnetztarifen aus. So bietet bei den Auslandgesprächen einzig Zypern günstigere Tarife an. Bei den Ferngesprächen liegt die Schweiz ebenfalls klar unter dem EU-Mittel. Einzig bei den Ortsgesprächen ist sie deutlich teurer, was auf die seit Frühling 2002 geltenden Einheitstarife für Inlandgespräche unabhängig von der Entfernung zurückzuführen ist.

    Es gibt noch keine vollständige Tarifangleichung

    Trotz der stark gefallenen Festnetztarife hat der Wettbewerb laut Bakom aber noch nicht zu einer vollständigen Tarifangleichung geführt. Selbst bei den extrem günstigen internationalen Verbindungen könnten durch die Wahl des günstigsten Anbieters noch 16 bis 24 Prozent eingespart werden.

    Hohe Abdeckung

    Beim schnellen Internetzugang stieg der Versorgungsgrad in der Schweiz auf 30,5 Prozent. Sie liegt damit hinter Dänemark, Finnland, den Niederlanden und Schweden auf einem Spitzenrang. Alternative Anbieter neben dem Ex-Monopolisten Swisscom haben aber Mühe, Schritt zu halten. So ist der Anteil der Swisscom am Markt für Breitbandanschlüsse seit 2003 von 28 auf 46,2 Prozent gewachsen. Mehr Wettbewerbsschwung erhofft sich das Bakom durch die Entbündelung der letzten Meile. Die Anfänge seien ermutigend, aber noch bescheiden.

    . Lesen Sie mehr zum Thema iPhone: Tarifdschungel wird dichter
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