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  • 8. Juli 2008, 10:37, NZZ Online

    HIV-Therapie in Afrika gleich gut wie in der Schweiz

    HIV-Therapie in Afrika gleich gut wie in der Schweiz

    Studie der Universität Bern

    Patientinnen des Therapieprogramms in Kapstadt. (Bild: Universität Bern)
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    (ap) Die standardisierte Behandlung von HIV-Patienten in Südafrika erzielt laut einer neuen Studie, die heute in der Fachzeitschrift «Plos Medicine»erschienen ist, gleich gute Ergebnisse wie der stark individualisierte Therapieansatz in der Schweiz. Ausschlaggebend sei ein frühzeitiger Therapiebeginn, schreiben die Forscher des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern. Obwohl den Patienten in der Schweiz 36 antiretrovirale Substanzen gegen das HI-Virus verabreicht worden seien, jenen in Südafrika dagegen nur 4, sei innerhalb eines Jahres an beiden Orten bei über 95 Prozent der Patienten das Virus im Blut nicht mehr nachweisbar gewesen. Auch die Rückfallquote war in beiden Ländern offenbar sehr ähnlich. Bei 27 Prozent der Schweizer und 26 Prozent der südafrikanischen Patienten war die Zahl der HI-Viren im Blut nach zwei Jahren wieder deutlich erhöht.

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    Höhere Sterblichkeitsrate in Südafrika

    Die Sterblichkeitsrate war in den ersten drei Monaten nach Therapiebeginn in Südafrika deutlich höher als in der Schweiz. Laut den Autoren der Studie lässt sich dies dadurch erklären, dass die südafrikanischen Patienten zu Beginn der Therapie schon ein deutlich höheres Immundefizit aufwiesen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein früherer Therapiebeginn in Südafrika vielen HIV-Infizierten helfen würde. Im Gegensatz dazu könnte ein etwas stärker standardisierter Ansatz in der Schweiz die Gesundheitskosten reduzieren, ohne den Therapieerfolg zu beeinträchtigen, so die Meinung von Matthias Egger, einem der beteiligten Forscher.

    Für die Studie des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern wurden in Zusammenarbeit mit der Universität Kapstadt Daten von über 2000 HIV-positiven Patienten aus zwei Townships in Kapstadt mit solchen von über 1000 Schweizer Patienten verglichen. Laut der Weltgesundheitsorganisation sind heute weltweit 33 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert, ein Drittel davon in Afrika südlich der Sahara; täglich sterben rund 8000 Menschen an den Folgen von Aids.

    Zugang zu Medikamenten in Afrika schlecht

    In der Schweiz sind die antiretrovirale Therapie und die generelle Behandlung von HIV durch die obligatorische Krankenversicherung gedeckt. In Südafrika und vielen anderen ressourcenarmen Ländern ist die Behandlung dank Spendengeldern zwar seit einigen Jahren ebenfalls kostenlos, doch gab es im Dezember 2007 allein in Südafrika 1,7 Millionen Betroffene, die eine Therapie brauchten, von denen jedoch nur 429 000 behandelt wurden.

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