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  • 22. November 2008, Neue Zürcher Zeitung

    Glücksbringer Chambers

    Glücksbringer Chambers

    Die Lakers gewinnen auch im zweiten Spiel unter dem neuen Coach

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    Nach dem ungefährdeten Sieg gegen die Seeländer liegen die Lakers nicht mehr am Tabellenende der Eishockey-NLA. Noch souveräner brachte Kloten die Punkte ins Trockene: 7:0 gegen Langnau.

    bra. Rapperswil-Jona, 21. November

    Bei Spielbeginn hatte der fürs Wochenende angekündigte Schneefall noch nicht eingesetzt, doch in den Reihen der Rapperswil-Jona Lakers lebte die Hoffnung, er möge schnellstens folgen – wenn auch auf andere Weise: «Schneit es heute Punkte?» leuchtete vor Beginn des Spiels gegen Biel in grossen Lettern von der Anzeigetafel. Der Schnee kam bis Spielende nicht, der erhoffte Punktezuwachs aber sehr wohl.

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    Die Rapperswil-Jona Lakers legten ein fulminantes Tempo vor und damit früh den Grundstein für den 6:3-Erfolg. Es war nicht nur ein kleiner Schauer, sondern geradezu ein Sturm, der den Bielern in den ersten Minuten um die Ohren fegte. Nach knapp acht Minuten führten die St. Galler bereits 3:0, und der Bieler Trainer Ehlers sah sich genötigt, ein Time-out zu nehmen. Zuvor hatte er schon den Torhüter Wegmüller (zwei haltbare Gegentreffer) gegen Caminada ausgewechselt. Ohne Erfolg.

    Die Lakers schienen sichtlich beflügelt durch den 5:4-Penalty-Sieg gegen Lugano vom vergangenen Dienstag, als Dave Chambers erstmals als Headcoach an der Bande gestanden war. Noch vor Wochenfrist hatte Rapperswil-Jona den Bielern keineswegs Paroli bieten können und war im Seeland mit 2:4 unterlegen. Damals scheiterten die Ostschweizer an zu wenig Effizienz und fehlendem Selbstvertrauen – und Morgan Samuelsson betreute die Mannschaft zum letzten Mal.

    Mangelnde Kaltblütigkeit mussten sich die St. Galler dieses Mal nicht vorwerfen lassen. Im zweiten Spielabschnitt spielte Rapperswil-Jona weiterhin mit viel Zug nach vorne und trug die Angriffe konsequent, mit Überzeugung vor. Waren die Bieler im ersten Abschnitt schlicht überfordert gewesen vom Tempo der Lakers, machten sie sich nun das Leben mit strafbaren Vergehen selber schwer. Truttmann warf einen Stock weg, was richtigerweise mit einem Ausschluss taxiert wurde. Da bereits der Captain Tschantré auf der Strafbank sass, konnten die Lakers in doppelter Überzahl spielen und die Treffer 4 und 5 erzielen – gespielt waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal 24 Minuten.

    Geyers Pass auf Burkhalter zum 5:0 war eine Augenweide, der Captain musste nur noch einschieben. Spätestens in diesem Moment waren die Seeländer geknickt. Ihr Frust spiegelte sich auch in der Strafenbilanz des zweiten Drittels: Sieben Ausschlüssen der Bieler stand eine Strafe der Lakers gegenüber. Im letzten Drittel bauten die St. Galler zwar ab und gestanden den Bielern noch drei Treffer und einen Lattenschuss zu, doch in Gefahr gerieten die drei Punkte nicht mehr.

    Biels Offensive war am Freitagabend bis zum letzten Drittel inexistent. Dazu gesellten sich eine überforderte Abwehr und zwei schwach haltende Torhüter. Den Bielern bleibt nur wenig Zeit, die Wunden zu lecken. Bereits am Samstag gastiert der SC Bern zum Derby im Eisstadion. Soll der erste Sieg im vierten Aufeinandertreffen dieser Saison (und auch der erste Erfolg gegen den Kantonsrivalen seit 1993) Tatsache werden, ist eine deutliche Leistungssteigerung vonnöten.

    Doch Sport ist bekanntlich schnelllebig, was nicht zuletzt im Fall Rapperswil-Jonas ersichtlich wird. Die Equipe spielt seit dem Trainerwechsel wieder erfolgreicher; die Spieler kämpfen um den Sieg, wenn's sein muss auch mit harten Körperchargen. Erwähnenswert ist auch, dass der Erfolg gegen Biel auf breiter Basis steht. Nicht einzelne Spieler entschieden die Partie, sondern eine geschlossene Mannschaftsleistung: Sechs verschiedene Spieler erzielten die Treffer. Die Bewährungsprobe folgt nächsten Freitag gegen den direkten Konkurrenten und neuen Tabellenletzten Zug.


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