Donnerstag, 08. Januar 2009, 07:13:37 Uhr, NZZ Online
bau. Die Dritte Welt aus Armut und Abhängigkeit herauszuführen, ist längst keine Aufgabe für selbstlose Idealisten aus den Industriestaaten mehr, die mit Füllhorn und Rezeptblock ausziehen, um eine bessere Welt zu schaffen. Die in Dauha zu Ende gegangene Uno-Konferenz hat mit aller Deutlichkeit gezeigt, dass erfolgreiche Entwicklung davon abhängt, wie Ressourcen sowohl aus dem Norden als auch aus dem Süden zielgerichtet und effizient eingesetzt werden und unter welchen Rahmenbedingungen Investitionen vor Ort getätigt werden. Dazu gehören partnerschaftlich entwickelte Strategien und eine transparente Überwachung und Evaluation der Projekte. Die Zeiten des Kalten Krieges, als aus politischen Gründen Länder Afrikas, Asiens oder Lateinamerikas sinnlos mit Geld überschüttet wurden, um politische Loyalitäten zu kaufen, sind vorbei. Heute ist Entwicklungsfinanzierung eine gemeinsame Investition des Südens und des Nordens in eine stabilere Welt. Öffentliche Gelder für die Entwicklungshilfe zu mobilisieren, ist nur ein Trostpflaster. Langfristige produktive Privatinvestitionen und die Einbindung der Drittweltländer in den internationalen Handel sind, wie es Schwellenländer wie Brasilien, China oder Indien zeigen, der sicherere Weg zu Wachstum und Wohlstand. In der gegenwärtigen Krise, deren Auswirkungen die Länder der Dritten Welt mit voller Wucht zu spüren bekommen, brauchen vor allem Unternehmen, die bereit sind, an der Peripherie der Globalisierung zu investieren, Unterstützung und – der Not gehorchend – staatliche Garantien und Kredite.
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