Donnerstag, 08. Januar 2009, 07:19:09 Uhr, NZZ Online
ti. Die Aktien der Credit Suisse (CS) sind, anders als die fester notierenden Titel der UBS, am Mittwoch tief in die Minuszone gerutscht. Zum Schluss gingen sie bei Fr. 27.70 oder um 8,9% schwächer aus dem Markt. Laut Analytikern haben Spekulationen über weitere Handelsverluste im vierten Quartal massgeblich zum Abwärtstrend beigetragen. Bereits im Vorquartal musste die Bank im Eigenhandel einen überraschend hohen Verlust von 1,7 Mrd. Fr. hinnehmen. Dies wurde als Hinweis darauf interpretiert, dass die CS, die der Krise bis dahin vergleichsweise erfolgreich getrotzt hatte, auf beträchtlichen Handelspositionen sitzen muss – auf solchen, die sie offenbar nicht rasch genug abbauen konnte. Das schwierige Marktumfeld im Oktober spricht dafür, dass sich an dieser Ausgangslage wenig verändert haben dürfte. In die gleiche Richtung weisen verhaltene Prognosen zum anstehenden Quartalsergebnis der US-Bank Goldman Sachs. Analytiker gehen für das Ende November abgeschlossene vierte Quartal von einem Verlust von rund 2 Mrd. $ aus, wobei Handelsverluste wesentlich zum ersten Quartalsminus seit dem Börsengang der Bank im Jahr 1999 beigetragen haben sollen.
Neben Handelsverlusten auf Eigenpositionen muss die CS womöglich weitere Wertberichtigungen auf problematischen Positionen im Geschäft mit verbrieften Hypotheken auf gewerblichen Immobilien und hochverzinslichen Krediten (Leverage Finance) v ornehmen. In diesen beiden Geschäftsbereichen war die Bank Ende des dritten Quartals immer noch mit vergleichsweise hohen 25 Mrd. Fr. engagiert. Wenn nicht alle Zeichen trügen, wird die CS schon bald mit genaueren Informationen an die Öffentlichkeit treten müssen.
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