Dienstag, 02. Dezember 2008, 21:22:47 Uhr, NZZ Online
nz. Die britische Wettbewerbskommission gelangt zum naheliegenden Schluss, dass die Machtballung beim Flughafenbetreiber BAA den Wettbewerb zum Nachteil der Kunden stranguliert. Die BAA-Marktposition in London, dem wichtigsten Drehkreuz Europas, ist nicht dominant, sie ist erdrückend. Heathrow und auch die Flughäfen Gatwick und Stansted liegen in einer Hand. Nach ähnlichem Muster kontrolliert BAA die schottischen Flughäfen Glasgow und Edinburg. Die Empfehlung der Wettbewerbskommission, dass BAA einen der beiden schottischen Flughäfen und zwei im Grossraum London verkaufen soll, mag auf den ersten Blick als radikal erscheinen, doch würden damit nur Fehlentwicklungen korrigiert. Die Privatisierung der BAA von 1987 wurde damals zu wenig sorgfältig vorbereitet. Mit Vorteil hätte der britische Staat darauf bestanden, den Flughafenbetreiber von Heathrow in Konkurrenz zu Anbietern in Gatwick und Stansted zu setzen. Die Risikokonzentration zum Nachteil der Kunden von Flughäfen zeigt sich nicht zuletzt im Ausbleiben von Erweiterungsinvestitionen. Die spanische Ferrovial, die BAA 2006 zum stolzen Preis von 15 Mrd. € kaufte, laboriert an Finanzproblemen. Wenn BAA behauptet, das Aufbrechen des Flughafenmonopols würde Investitionen in neue Kapazitäten verzögern, darf das als reine Schutzbehauptung gelten. Investiert in Kapazität und Komfort wurde in letzter Zeit wenig, doch verteuerten sich die Flughafengebühren in Heathrow enorm. Folge davon war eine Flut von Klagen beim Office of Fair Trading – nicht zuletzt von British Airways.
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