Donnerstag, 08. Januar 2009, 07:31:30 Uhr, NZZ Online
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(Agenturmeldung)
FRANKFURT (AWP International) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Dienstag bis zum Nachmittag fest entwickelt. Nach einem schwachen Auftakt stieg der Deutsche Aktienindex DAX ins Plus und gewann zuletzt 1,75 Prozent auf 4471,84 Punkte. Der MDAX mittelgrosser Werte legte um 0,93 Prozent auf 5.140,17 Zähler zu. Der TecDAX rückte um 1,44 Prozent auf 474,20 Punkte vor. Derzeit hänge die Unsicherheit über die Zukunft von GM, Ford und Chrysler wie ein Damoklesschwert...
FRANKFURT (AWP International) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Dienstag bis zum Nachmittag fest entwickelt. Nach einem schwachen Auftakt stieg der Deutsche Aktienindex DAX ins Plus und gewann zuletzt 1,75 Prozent auf 4471,84 Punkte. Der MDAX mittelgrosser Werte legte um 0,93 Prozent auf 5.140,17 Zähler zu. Der TecDAX rückte um 1,44 Prozent auf 474,20 Punkte vor.
Derzeit hänge die Unsicherheit über die Zukunft von GM, Ford und Chrysler wie ein Damoklesschwert über dem Markt, sagte ein Händler. An diesem Dienstag läuft die Frist aus, innerhalb der die US-Autobauer dem amerikanischen Kongress einen konkreten Sanierungsplan vorlegen müssen, um staatliche Hilfen zu erhalten. "So etwas wie die Lehman-Pleite sollte nicht noch einmal passieren", sagte der Händler.
Andere Börsianer sahen eine technische Erholung nach den deutlichen Vortagsverlusten des DAX oder verwiesen auf Gerüchte, US-Finanzminister Henry Paulson habe weitere Mittel für die Bankenbranche zur Verfügung gestellt.
Die Finanztitel standen erneut im Mittelpunkt. Die Aktien der Deutschen Börse fielen um 6,04 Prozent auf 49,78 Euro und waren damit der schwächste Titel im DAX. Der Börsenbetreiber hatte mit der monatlichen Handelsstatistik die Erwartungen enttäuscht.
Die Deutsche Bank kann einem weiteren Pressebericht zufolge trotz des stark gefallenen Aktienkurses der Postbank-Papiere nicht mit einem Nachlass auf den Kaufpreis für die Post-Tochter rechnen. "Wir gehen davon aus, dass die Transaktion zu den vereinbarten Konditionen Anfang des Jahres abgewickelt wird", sagte eine Post-Sprecherin der "Berliner Zeitung" (Dienstag). Die Aktien der Post stiegen dementsprechend um 5,25 Prozent auf 11,020 Euro. Der Kurs der Deutschen Bank legte nach anfänglichen Verlusten mit 1,41 Prozent auf 25,250 Euro unterdurchschnittlich zu.
Münchener Rück gewannen dank einer positiven Studie 3,40 Prozent auf 107,36 Euro. JPMorgan hob das Kursziel für die Aktien des Rückversicherers von 128 auf 148 Euro an und beliess die Einstufung auf "Overweight". Die positive Entwicklung im Rückversicherungssektor beschleunige sich, schrieb Analyst Michael Huttner in einer Studie. Zudem sei ein Grossteil des Überschusskapitals im Sektor verschwunden und es gebe weniger alternative Kapitalquellen als zwischen 2001 und 2003. Aktien des Konkurrenten Hannover Rück stiegen um 4,86 Prozent auf 18,54 Euro.
Fresenius Medical Care (FMC) verteuerten sich um 2,37 Prozent auf 34,18 Euro. Händler verwiesen vor allem auf technische Gründe, nachdem die Aktien am unteren Ende ihrer Handelsspanne zwischen knapp 33 Euro und gut 36 Euro angekommen waren und sich nun nach oben abstiessen. Ausserdem sei von einer Adresse grösseres Kaufinteresse zu spüren und das Papier profitiere von seiner Stellung als defensiver Wert. Die Bestätigung des mittelfristigen Umsatzziels der Mutter Fresenius für deren Krankenhausbetreiber-Sparte spielt aus Sicht des Händlers keine Rolle. Fresenius-Aktien gewannen im MDAX 0,71 Prozent auf 42,36 Euro.
Douglas fielen um 2,36 Prozent auf 31,46 Euro. Händler verwiesen auf einen negativen Analystenkommentar als Hauptbelastungsfaktor. Goldman Sachs setzte Douglas in einer Branchenstudie auf die "Conviction Sell List" und senkte das Kursziel auf 22,30 Euro. Ein Bericht des "Handelsblatts", demzufolge der Mischkonzern Oetker die Übernahme von Douglas durchspielt und Call-Optionen des Handelskonzerns gekauft hat, ist Händlern zufolge dagegen weniger kursrelevant. Ein Händler sagte: "Oetker baut kontinuierlich seinen Anteil an Douglas aus und hat der letzten Stimmrechtsmitteilung zufolge bereits 20,13 Prozent - das Interesse ist somit nicht neu."
Bilfinger Berger verloren 2,76 Prozent auf 29,58 Euro. Die Aktien erholten sich damit aber deutlich von ihrem morgendlichen Tief bei 27,63 Euro. Händler sprachen von einer Erholung nach einem zuvor relativ starken Verkaufsdruck. Dafür spreche, dass bisher bereits so viele Papiere gehandelt worden seien wie an den Vortagen im ganzen Handelsverlauf. Für die Branche potenziell belastende Faktoren dürften dagegen nicht verantwortlich sein, da andere Bauwerte und Bauzulieferer uneinheitlich tendieren. Mit Skepsis bewertet der Bundesverband der Deutschen Zementindustrie (BDZ) die Aussichten der Branche für 2009. Auch Merrill Lynch rechnet mit einem harten Jahr für die Zementindustrie.
Im TecDAX stiegen die Aktien von Q-Cells mit einem Kursplus von 9,90 Prozent auf 23,54 Euro an die Spitze. Gestützt auf zuversichtliche Aussagen der Unternehmensleitung erholte sich die Aktie des Solarzellenherstellers zum Teil von ihrem Vortageseinbruch von rund 18 Prozent. Konzernchef Milner hatte in einem neuen Interview Aussagen zur Branchenentwicklung und seinem Unternehmen gerade gerückt./sf/gl