Donnerstag, 08. Januar 2009, 09:20:26 Uhr, NZZ Online
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(Agenturmeldung)
NEW YORK (AWP International) - Die Börsen in New York werden am Dienstag nach den deutlichen Vortagesverlusten stärker erwartet. Händler verwiesen auf Gerüchte, dass US-Finanzminister Henry Paulson weitere Mittel für die Bankenbranche zur Verfügung stellen will. Andere Marktteilnehmer gaben die Entscheidung zu den US-Autobauern am Abend als Grund an. "Man denkt, die werden gerettet, und der Markt erholt sich dann", sagte ein Börsianer. Derzeit hänge die...
NEW YORK (AWP International) - Die Börsen in New York werden am Dienstag nach den deutlichen Vortagesverlusten stärker erwartet. Händler verwiesen auf Gerüchte, dass US-Finanzminister Henry Paulson weitere Mittel für die Bankenbranche zur Verfügung stellen will. Andere Marktteilnehmer gaben die Entscheidung zu den US-Autobauern am Abend als Grund an. "Man denkt, die werden gerettet, und der Markt erholt sich dann", sagte ein Börsianer. Derzeit hänge die Unsicherheit um General Motors (GM) , Ford und Chrysler wie ein Damoklesschwert über dem Markt. An diesem Dienstag läuft die Frist aus, innerhalb derer die angeschlagenen US-Autobauer einen konkreten Rettungsplan für ihr Überleben vorlegen müssen, um staatliche Hilfen zu erhalten.
Der Future auf den Dow Jones Industrial lag gegen 14.30 Uhr um 0,63 Prozent höher, nachdem der US-Leitindex am Montag 7,70 Prozent auf 8.149,09 Punkte verloren hatte. Der Future auf den NASDAQ-100-Index notierte 1,19 Prozent im Plus. Am Vortag hatte der technologielastige Index 7,98 Prozent auf 1.091,16 Punkte nachgegeben. Nach Handelsbeginn könnten die Autoabsatz-Zahlen für November den Markt bewegen.
Das "Wall Street Journal" berichtete, Paulson habe am Montag wiederholt, sein Ministerium suche aggressiv nach Wegen, um den Finanzmarkt zu stabilisieren, Zwangsvollstreckungen zu vermeiden und die Wirtschaft generell anzukurbeln.
Vor allem Autowerte könnten angesichts der erwarteten Nachrichten im Fokus stehen. Die monatlichen Absatzzahlen dürften die düstere Stimmung stützen. Autoverkäufe dürften im vergangenen Monat um 30 Prozent eingebrochen sein. Gleichzeitig werden neue Einzelheiten über ein mögliches Hilfsprogramm für die angeschlagene Branche erwartet. Sowohl GM als auch Ford tendierten im vorbörslichen Handel fester.
General Electric (GE) dürfte mit seiner angepassten Gewinnprognose ebenfalls für Gesprächsstoff sorgen. Der Mischkonzern erwartet nun 0,50 bis 0,52 Dollar Gewinn je Aktie, nachdem zuvor 0,50 bis 0,65 Dollar in Aussicht gestellt worden waren. Gleichzeitig prüft der Konzern eine Umstrukturierung.
Die Aktien von Goldman Sachs tendierten im vorbörslichen Handel etwas stärker. Nach einem Bericht des "Wall Street Journals" könnten der US-Investmentbank im vierten Quartal Verluste von bis zu 2,00 Milliarden Dollar drohen.
Die Papiere des Einzelhändlers Sears Holdings tendierten im vorbörslichen Handel etwas schwächer. Der Konzern hatte im dritten Quartal bei Umsatz und Verlust schlechter abgeschnitten als erwartet. Staples stehen mit Quartalszahlen im Blick. Der weltgrösste Büroartikel-Händler hatte im dritten Quartal weniger verdient und umgesetzt als von Analysten erwartet.
Die Fluggesellschaft Delta Air Lines kündigte unterdessen an, die Kapazitäten könnten im kommenden Jahr um 6 bis 8 Prozent fallen.
Bei Ölaktien stehen die vorbörslichen Zeichen ebenfalls auf leichte Erholung, nachdem sich der Ölpreis ein wenig von seinen Tagestiefstkursen erholt hat. Die OPEC hatte mitgeteilt, eine Entscheidung über weitere Produktionskürzungen erst einmal zu verschieben./FX/RX/rum/he