Donnerstag, 08. Januar 2009, 07:58:14 Uhr, NZZ Online
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(Agenturmeldung)
FRANKFURT (AWP International) - Belastet von Verlusten an der Wall Street und den asiatischen Börsen ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag mit Verlusten in den Handel gestartet. Der Leitindex DAX fiel in den ersten Minuten um 1,41 Prozent auf 4.332,86 Punkte. Der MDAX mittelgrosser Werte sank um 1,60 Prozent auf 5.010,99 Zähler. Der TecDAX verlor 1,99 Prozent auf 458,16 Punkte. Die Finanztitel standen erneut im Mittelpunkt. Hypo Real Estate (HRE) sackten mit minus 8,13 Prozent...
FRANKFURT (AWP International) - Belastet von Verlusten an der Wall Street und den asiatischen Börsen ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag mit Verlusten in den Handel gestartet. Der Leitindex DAX fiel in den ersten Minuten um 1,41 Prozent auf 4.332,86 Punkte. Der MDAX mittelgrosser Werte sank um 1,60 Prozent auf 5.010,99 Zähler. Der TecDAX verlor 1,99 Prozent auf 458,16 Punkte.
Die Finanztitel standen erneut im Mittelpunkt. Hypo Real Estate (HRE) sackten mit minus 8,13 Prozent auf 2,60 Euro an das DAX-Ende. HSBC senkte die Aktie von "Neutral" auf "Underweight" und halbierte das Kursziel von vier auf zwei Euro. Nach den schlechten Zahlen für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres erwarte er nun auch für 2009 und 2010 Verluste, schrieb Analyst Johannes Thormann in einer Studie. Es sei noch immer unklar, wie die weitere Entwicklung verlaufen und ob der Konzern in seiner jetzigen Form überleben werde.
Commerzbank-Aktien fielen um 5,25 Prozent auf 6,140 Euro. Einem Pressebericht zufolge drohen der Commerzbank genauso wie den französischen Banken massive Probleme durch die EU-Kommission hinsichtlich der Genehmigung des Rettungspakets. Wichtigster Konfliktpunkt sei die Forderung von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, die Commerzbank dürfe ihren Aktionären während der Laufzeit der Staatshilfen keine Dividende auszahlen, schreibt das "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) aus Verhandlungskreisen.
Die Deutsche Bank kann einem weiteren Pressebericht zufolge trotz des stark gefallenen Aktienkurses der Postbank-Papiere nicht mit einem Nachlass auf den Kaufpreis für die Post-Tochter rechnen. "Wir gehen davon aus, dass die Transaktion zu den vereinbarten Konditionen Anfang des Jahres abgewickelt wird", sagte eine Post-Sprecherin der "Berliner Zeitung" (Dienstag). Die Aktien der Post stiegen am Morgen entsprechend kurz ins Plus, sanken im schwachen Markt dann aber ebenfalls in die Verlustzone. Zuletzt verloren sie mit 1,01 Prozent auf 14,67 Euro unterdurchschnittlich. Deutsche Bank gaben hingegen 5,77 Prozent auf 23,45 Euro nach.
Die Aktien der Deutschen Börse verloren nach schwachen November-Handelszahlen auf Xetra und Eurex 7,97 Prozent auf 48,76 Euro. Ein Marktexperte sagte dazu: "Nach den jüngsten zahlreichen Handelstagen mit recht dünnen Umsätzen sind die Zahlen keine echte Überraschung. Dass die auf der elektronischen Aktienplattform Xetra getätigten Geschäfte aber um knapp fünf Prozent zurückgegangen sind zeigt, dass die alternativen Handelsplattformen für das institutionelle Geschäft rasch Marktanteile gewinnen.'
Im MDAX wurden Gagfah bei 2,00 Euro ex Dividende gehandelt. Der im MDAX gelistete Immobilienkonzern schüttet 0,20 Euro je Aktie aus. Abzüglich dieses Abschlages werden die Aktien 0,10 Euro unter dem Vortagesschluss von 2,30 Euro gehandelt.
Im TecDAX stiegen Q-Cells nach ihren Vortagesverlusten mit plus 9,71 Prozent auf 23,50 Euro an die Index-Spitze. Der Solarzellenhersteller rechnet unverändert mit einem Ausbau der Produktion auf mehr als 1.000 Megawatt - der erwartete Wachtumsrückgang in der Solarindustrie gelte nur für die Konkurrenz, wie Konzernchef Anton Milner der "FTD" sagte. Q-Cells will weiter den Umsatz 2009 um fast 70 Prozent auf 2,25 Milliarden Euro steigern. Ein Händler sagte: "Nach dem scharfen Kursrückgang am Vortag könnten die Aussaagen eine leicht positive Reaktion bringen." Am Montag waren Q-Cells wegen Sorgen über eine Wachstumsabschwächung nach einem Interview der "Berliner Zeitung" mit Milner am TecDAX-Ende um 18,40 Prozent eingebrochen.
IDS Scheer kosteten prozentual unverändert 5,07 Euro. Das Software- und Beratungshaus will Aktien im Gesamtwert von bis zu fünf Millionen Euro zurückkaufen. Rofin-Sinar waren Schlusslicht mit minus 7,84 Prozent auf 16,22 Euro.
sf/ck