Donnerstag, 08. Januar 2009, 09:24:53 Uhr, NZZ Online
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(Agenturmeldung)
FRANKFURT (AWP International) - Belastet von Verlusten an der Wall Street und den asiatischen Börsen werden die deutschen Aktienindizes am Dienstag voraussichtlich schwach in den Handel starten. Der X-DAX, der auf Basis des DAX-Futures den ausserbörslichen Stand des deutschen Leitindex zeigt, stand kurz nach 8.00 Uhr um 1,52 Prozent unter dem DAX-Schluss vom Vortag. Ein Händler sagte: "Die Vorgabe wird weitere Kursverluste zum Handelsstart bringen." Der Dow Jones hatte in...
FRANKFURT (AWP International) - Belastet von Verlusten an der Wall Street und den asiatischen Börsen werden die deutschen Aktienindizes am Dienstag voraussichtlich schwach in den Handel starten. Der X-DAX, der auf Basis des DAX-Futures den ausserbörslichen Stand des deutschen Leitindex zeigt, stand kurz nach 8.00 Uhr um 1,52 Prozent unter dem DAX-Schluss vom Vortag. Ein Händler sagte: "Die Vorgabe wird weitere Kursverluste zum Handelsstart bringen."
Der Dow Jones hatte in New York am Vorabend wegen erneuter Konjunkturängsten 7,70 Prozent verloren. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index 6,35 Prozent tiefer. Der Kalender ist unterdessen mit Konjunkturdaten kaum gefüllt und das Treffen der Finanzminister der Eurogebietes könnte Impulse bringen.
Die Ölpreise gaben weiter nach und sanken auf den niedrigsten Stand seit rund dreieinhalb Jahren. Ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) gab im frühen Handel auf bis zu 47,58 US-Dollar nach. Zuletzt kostete ein Fass WTI 47,84 Dollar und damit 1,44 Dollar weniger als am Vortag.
Hierzulande ist vor allem den Finanztiteln einmal mehr die Aufmerksamkeit der Börsianer gewiss: Einem Pressebericht zufolge drohen der Commerzbank genauso wie den französischen Banken massive Probleme mit der EU-Kommission bei der Genehmigung des Rettungspakets. Wichtigster Konfliktpunkt sei die Forderung von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, die Commerzbank dürfe ihren Aktionären während der Laufzeit der Staatshilfen keine Dividende auszahlen, schreibt das "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) aus Verhandlungskreisen.
Die Deutsche Bank kann einem weiteren Pressebericht zufolge trotz des stark gefallenen Aktienkurses der Postbank-Papiere nicht mit einem Nachlass auf den Kaufpreis für die Post-Tochter rechnen. "Wir gehen davon aus, dass die Transaktion zu den vereinbarten Konditionen Anfang des Jahres abgewickelt wird", sagte eine Post-Sprecherin der "Berliner Zeitung" (Dienstag). Mitte September hatte die Deutsche Bank sich mit der Post auf die Übernahme von zunächst 29,75 Prozent der Postbank-Anteile zum Preis von 57,25 Euro je Aktie geeinigt. Am Montag notierte die Postbank-Aktie nur noch bei knapp 15 Euro. Aktionäre drängen die Deutsche Bank dem Bericht zufolge deshalb, mit der Post nachzuverhandeln, um die Postbank zu einem angemesseneren Preis zu erwerben.
Die Aktie der Deutschen Börse dürfte nach schwachen November-Handelszahlen auf Xetra und Eurex in den Blick rücken. Ein Marktexperte sagte dazu: "Nach den jüngsten zahlreichen Handelstagen mit recht dünnen Umsätzen sind die Zahlen keine echte Überraschung. Dass die auf Xetra getätigten Geschäfte aber um knapp fünf Prozent zurückgegangen sind zeigt, dass die alternativen Handelsplattformen für das institutionelle Geschäft rasch Marktanteile gewinnen." Die Unsicherheit der Anleger hinterliess deutliche Spuren in den Umsätzen der Deutschen Börse, so dass der Umsatz auf Xetra laut Orderbuchstatistik um 50 Prozent auf 114,5 Milliarden Euro einbrach und die Zahl der Transaktionen um rund fünf Prozent zurückging. Auch das Handelsvolumen an der Terminbörse Eurex ging im November zurück.
Im TecDAX stehen Q-Cells -Titel nach einem weiteren Vorstandsinterview erneut im Blick. Der Solarzellenhersteller rechnet unverändert mit einem Ausbau der Produktion auf mehr als 1.000 Megawatt - der erwartete Wachtumsrückgang in der Solarindustrie gelte nur für die Konkurrenz, wie Konzernchef Anton Milner der "FTD" sagte. Q-Cells will weiter den Umsatz 2009 um fast 70 Prozent auf 2,25 Milliarden Euro steigern. Ein Händler sagte: "Nach dem scharfen Kursrückgang am Vortag könnten die Aussaagen eine leicht positive Reaktion bringen." Am Montag waren Q-Cells wegen Sorgen über eine Wachstumsabschwächung nach einem Interview der "Berliner Zeitung" mit Milner am TecDAX-Ende um 18,40 Prozent eingebrochen.
Auch IDS Scheer könnten in den Fokus rücken. Das Software- und Beratungshaus will Aktien im Gesamtwert von bis zu fünf Millionen Euro zurückkaufen./sf/ck