Donnerstag, 08. Januar 2009, 09:19:56 Uhr, NZZ Online
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(Agenturmeldung)
FRANKFURT (AWP International) - Der DAX hat am Dienstag angesichts sehr freundlicher Impulse von der Wall Street mit deutlichen Gewinnen geschlossen. Der Leitindex arbeitete sich nach schwachem Beginn nach oben und ging 3,12 Prozent höher bei 4.531,79 Zählern aus dem Handel. Der MDAX gewann 0,91 Prozent auf 5.138,76 Punkte, und der TecDAX stieg um 1,91 Prozent auf 476,40 Punkte. Händler verwiesen neben den Gewinnen an den US-Börsen auf positive Nachrichten von Ford...
FRANKFURT (AWP International) - Der DAX hat am Dienstag angesichts sehr freundlicher Impulse von der Wall Street mit deutlichen Gewinnen geschlossen. Der Leitindex arbeitete sich nach schwachem Beginn nach oben und ging 3,12 Prozent höher bei 4.531,79 Zählern aus dem Handel. Der MDAX gewann 0,91 Prozent auf 5.138,76 Punkte, und der TecDAX stieg um 1,91 Prozent auf 476,40 Punkte.
Händler verwiesen neben den Gewinnen an den US-Börsen auf positive Nachrichten von Ford Motor als Antrieb. Der angeschlagene US-Autobauer will 2011 beim Vorsteuergewinn die Verlustzone verlassen oder vielleicht schon wieder Gewinn schreiben. Eine Liquiditätskrise im kommenden Jahr sei nicht absehbar. Der US-Autobauer wolle dem Kongress einen Geschäftsplan vorlegen. An diesem Dienstag läuft die Frist aus, innerhalb derer die US-Autobauer einen konkreten Rettungsplan für ihr Überleben vorlegen müssen, um staatliche Hilfen zu erhalten. Die Ford-Aktie gewann rund neun Prozent.
Die Aktien der Deutschen Börse verloren nach schwachen November-Handelsstatistiken für Xetra und Eurex am DAX-Ende 5,25 Prozent auf 50,20 Euro. "Nach den jüngsten zahlreichen Handelstagen mit recht dünnen Umsätzen sind die Zahlen zwar keine echte Überraschung, doch dass die auf Xetra getätigten Geschäfte um knapp fünf Prozent zurückgegangen sind zeigt, dass die alternativen Handelsplattformen für das institutionelle Geschäft rasch Marktanteile gewinnen", sagte ein Marktexperte.
Die Deutsche Bank kann einem Pressebericht zufolge trotz des stark gefallenen Aktienkurses der Postbank-Papiere nicht mit einem Nachlass auf den Kaufpreis für die Post-Tochter rechnen. "Wir gehen davon aus, dass die Transaktion zu den vereinbarten Konditionen Anfang des Jahres abgewickelt wird", sagte eine Post-Sprecherin der "Berliner Zeitung" (Dienstag). In Frankfurter Finanzkreisen wurde ebenfalls nicht damit gerechnet, dass es Nachverhandlungen geben wird. Die Aktie der Deutschen Bank gewann mit 4,88 Prozent auf 26,100 Euro letztlich doch überdurchschnittlich. Papiere der Post stiegen um 5,35 Prozent auf 11,030 Euro, für Postbank-Titel ging es um moderatere 2,23 Prozent auf 15,15 Euro hoch.
Anteilsscheine der Münchener Rück gewannen dank einer positiven Studie leicht überdurchschnittliche 3,88 Prozent auf 107,83 Euro. JPMorgan hob das Kursziel für die Aktien des Rückversicherers von 128 auf 148 Euro an und beliess die Einstufung auf "Overweight". Die positive Entwicklung im Rückversicherungssektor beschleunige sich, schrieb Analyst Michael Huttner in einer Studie. Zudem sei ein Grossteil des Überschusskapitals im Sektor verschwunden und es gebe weniger alternative Kapitalquellen als zwischen 2001 und 2003. Aktien des Konkurrenten Hannover Rück stiegen um 6,00 Prozent auf 18,74 Euro.
Arcandor -Titel gewannen an der MDAX-Spitze 13,89 Prozent auf 2,05 Euro. Telekom-Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick soll den Chef des angeschlagenen Handels- und Touristik-Konzerns, Thomas Middelhoff, ablösen. Eick werde voraussichtlich im Frühjahr Middelhoff als Vorstandschef ablösen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa aus Branchenkreisen. Das "manager magazin" hatte in seiner Onlineausgabe am Dienstag unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen über den bevorstehenden Wechsel berichtet. Händler bewerteten die Nachricht positiv.
Für Douglas-Aktien ging es hingegen um 1,30 Prozent auf 31,80 Euro nach unten. Händler verwiesen auf einen negativen Analystenkommentar als Hauptbelastungsfaktor. Goldman Sachs setzte das Papier des Handelskonzerns in einer Branchenstudie auf die "Conviction Sell List" und senkte das Kursziel auf 22,30 Euro. Ein Bericht des "Handelsblatts", demzufolge der Mischkonzern Oetker die Übernahme von Douglas durchspielt und Call-Optionen des Handelskonzerns gekauft hat, ist Händlern zufolge dagegen weniger kursrelevant. Ein Händler sagte: "Oetker baut kontinuierlich seinen Anteil an Douglas aus und hat der letzten Stimmrechtsmitteilung zufolge bereits 20,13 Prozent - das Interesse ist somit nicht neu."
Im TecDAX stiegen die Aktien von Q-Cells mit einem Kursplus von 14,80 Prozent auf 24,59 Euro an die Spitze. Gestützt auf zuversichtliche Aussagen der Unternehmensleitung erholte sich die Aktie des Solarzellenherstellers grossteils von ihrem Vortageseinbruch von rund 18 Prozent. Konzernchef Milner hatte in einem neuen Interview Aussagen zur Branchenentwicklung und seinem Unternehmen gerade gerückt und gesagt, er rechne für Q-Cells unverändert mit einem Ausbau der Produktion auf mehr als 1.000 Megawatt./gl/gr