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  • Agenturmeldung

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    Markt und Börse: 1. Dezember 2008, 14:55,  AWP

    AKTIEN FRANKFURT: DAX schwach - Einzelwerte belasten

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    FRANKFURT (AWP International) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag mit Verlusten in die Woche gestartet. Belastet von Kursverlusten der Indexschwergewichte fiel der Leitindex DAX bis zum Nachmittag um 2,91 Prozent auf 4.533,59 Punkte. Der MDAX mittelgrosser Werte sank um 2,58 Prozent auf 5.217,21 Zähler. Der TecDAX verlor 3,46 Prozent auf 480,08 Punkte. Händler verwiesen auf Abschläge bei hiesigen Indexschwergewichten und Abgaben der Stahl-, Auto- und Finanztitel.

    Daimler verloren 4,66 Prozent auf 23,505 Euro. Analyst Tim Schuldt von equinet verwies auf die geplante Produktionskürzung im Lkw-Bereich als Belastungsfaktor. Daimler will wegen stark rückläufiger Lkw-Bestellungen in Europa im Werk Wörth die Fertigung im ersten Quartal 2009 deutlich herunterfahren. "Wir stellen uns derzeit auf eine Produktionsdrosselung um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein", sagte Werksleiter Martin Daum der Branchen- und Wirtschaftszeitung "Automobilwoche". Händlern zufolge drückte dies auch auf den Kurs von MAN . Die Aktie fiel um 5,69 Prozent auf 33,62 Euro.

    Aktien der Deutschen Bank rutschten als der grösste DAX-Verlierer um 7,47 Prozent auf 25,89 Euro ab. Börsianer verwiesen einhellig auf Gewinnmitnahmen nach dem jüngst freundlichen Kursverlauf. Aussagen von Vorstandschef Josef Ackermann in der "Börsen-Zeitung" (BöZ) unter anderem zu notwendigen Anpassungsmassnahmen in der Investmentbanking-Branche sind dagegen nach Einschätzung eines Händlers ein "Non-Event". Auch Analyst Konrad Becker von Merck Finck sagte, dass das Interview "nichts Neues" enthalte. Er wies darauf hin, dass die Deutsche Bank schon in den vergangenen zwölf Monaten über 2.000 Stellen im Investmentbanking abgebaut habe.

    Die Titel von Infineon verloren 4,59 Prozent auf 1,765 Euro und gehörten damit ebenfalls zu den schwächsten Werten im DAX. Händlern zufolge ist es "leicht negativ", dass die südkoreanischen Elektronikkonzerne Samsung und LG Electronics einem Pressebericht zufolge wegen des weltweiten Konjunkturabschwungs ihre Absatzprognose für das kommende Jahr senkte. Ein Bericht in der "Welt am Sonntag" (WamS) über höhere Sparziele von Infineon habe hingegen nicht überrascht. "Nicht nur die Tochter Qimonda hat Probleme, auch Infineon selbst kämpft mit schwacher Kundennachfrage aus der Fahrzeug- und Mobiltelefonindustrie", sagte ein Händler und verwies auf die Gewinnwarnung des Konkurrenten STMicroelectronics vom Freitag. An diesem Mittwoch will Infineon Zahlen vorlegen.

    Stahlwerte gaben ebenfalls nach. ThyssenKrupp verloren 4,82 Prozent auf 15,19 Euro. Händler verwiesen auf eine Gewinn- und Umsatzwarnung vom finnischen Branchenkollegen Rautaruukki. Der Konzern kündigte zudem an, wegen der schwächeren Nachfrage Stellen streichen zu wollen. Die Gewinnwarnung belaste den kompletten europäischen Stahlsektor, sagte der Händler. Salzgitter verloren im MDAX 8,58 Prozent auf 49,68 Euro. Die Salzgitter-Tochter Klöckner-Werke senkte zuvor angesichts des konjunkturellen Abschwungs ihre Jahresprognose. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) werde nun "wesentlich unter dem Vorjahr herauskommen", hiess es. Bislang hatte das Unternehmen das Vorjahres-EBIT von 52,4 Millionen Euro erreichen wollen.

    Arcandor verloren mit 0,55 Prozent auf 1,81 Euro unterdurchschnittlich. Trotz Finanzkrise und Rezession sorgte das erste Adventswochenende für klingelnde Kassen in den Kaufhäusern. Die Kunden hätten Kauflaune gezeigt und für einen gelungenen Start ins Weihnachtsgeschäft gesorgt, teilte der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) am Sonntag mit. Ein Händler sagte: "Ich kann mich auch in allen Vorjahren nicht daran erinnern, dass das Weihnachtsgeschäft irgendwann einmal schlecht gestartet sein soll - vielleicht ist hier Zweckoptimismus dabei."

    LEONI gaben deutlich nach und zählten mit minus 4,92 Prozent auf 10,44 Euro zu den grössten Verlierern im MDAX. Börsianer verwiesen auf Gewinnmitnahmen nach dem jüngst deutlichen Kursanstieg bis Donnerstag vergangener Woche. Zudem belaste die Nachricht, dass der Autozulieferer Continental Beschäftigte wegen der Absatzkrise auf den Automärkten in Kurzarbeit schickt, auch die Titel des Bordnetz- und Kabelspezialisten. Zudem belaste die Nachricht, dass der Autozulieferer Continental Beschäftigte wegen der Absatzkrise auf den Automärkten in Kurzarbeit schickt, auch die Titel des Bordnetz- und Kabelspezialisten. Aussagen des Chefvolkswirts des Kreditversicherers Euler Hermes in der "Automobilwoche", denen zufolge durch die Absatzkrise in der Autobranche kommendes Jahr zahlreiche Zulieferer und Händler von einer Insolvenz bedroht sind, drückten ebenfalls auf die Stimmung. Conti gaben im DAX um 2,74 Prozent auf 36,27 Euro nach.

    Im TecDAX fielen Q-Cells um 15,28 Prozent auf 22,30 Euro. Der Solarzellenhersteller rechnet wegen der Finanzkrise mit einem schwächeren Wachstum der Solarbranche. "Der Markt für Photovoltaik wird durch die Finanzkrise langsamer wachsen als von uns ursprünglich erwartet", sagte Vorstandschef Anton Milner der "Berliner Zeitung". Es sei für die Unternehmen des Sektors deutlich schwieriger geworden, den rasanten Ausbau der Kapazitäten fortzusetzen. Ein Händler sagte: "Richtig überraschend kommt das nicht - allerdings scheint Q-Cells den Markt immer klarer auf ein enttäuschendes Jahr 2009 vorzubereiten und das belastet den ganzen Sektor."/sf/gl