Donnerstag, 08. Januar 2009, 08:32:43 Uhr, NZZ Online
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(Agenturmeldung)
FRANKFURT (AWP International) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag mit Verlusten in die Woche gestartet. Belastet von Kursverlusten der Indexschwergewichte fiel der Leitindex DAX bis zum Mittag um 3,24 Prozent auf 4.517,93 Punkte. Der MDAX mittelgrosser Werte sank um 3,32 Prozent auf 5.177,63 Zähler. Der TecDAX verlor 2,98 Prozent auf 482,48Punkte. Händler verwiesen auf Kursverluste bei hiesigen Indexschwergewichten und Abgaben der Stahl-, Auto- und Finanztitel. Daimler...
FRANKFURT (AWP International) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag mit Verlusten in die Woche gestartet. Belastet von Kursverlusten der Indexschwergewichte fiel der Leitindex DAX bis zum Mittag um 3,24 Prozent auf 4.517,93 Punkte. Der MDAX mittelgrosser Werte sank um 3,32 Prozent auf 5.177,63 Zähler. Der TecDAX verlor 2,98 Prozent auf 482,48Punkte. Händler verwiesen auf Kursverluste bei hiesigen Indexschwergewichten und Abgaben der Stahl-, Auto- und Finanztitel.
Daimler verloren 6,10 Prozent auf 23,175 Euro. Analyst Tim Schuldt von equinet verwies auf die geplante Produktionskürzung im Lkw-Bereich als Belastungsfaktor. Daimler will wegen stark rückläufiger Lkw-Bestellungen in Europa im Werk Wörth die Fertigung im ersten Quartal 2009 deutlich herunterfahren. "Wir stellen uns derzeit auf eine Produktionsdrosselung um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein", sagte Werksleiter Martin Daum der Branchen- und Wirtschaftszeitung "Automobilwoche". Händlern zufolge drückte dies auch auf den Kurs von MAN. Die Aktie fiel um 5,69 Prozent auf 33,62 Euro.
Die Titel von Infineon verloren 5,95 Prozent auf 1,740 Euro und gehörten damit ebenfalls zu den schwächsten Werten im DAX. Händlern zufolge sei es "leicht negativ", dass die südkoreanischen Elektronikkonzerne Samsung und LG Electronics einem Pressebericht zufolge wegen des weltweiten Konjunkturabschwungs ihre Absatzprognose für das kommende Jahr senkte. Ein Bericht in der "Welt am Sonntag" (WamS) über höhere Sparziele von Infineon habe hingegen nicht überrascht. "Nicht nur die Tochter Qimonda hat Probleme, auch Infineon selbst kämpft mit schwacher Kundennachfrage aus der Fahrzeug- und Mobiltelefonindustrie", sagte ein Händler und verwies auf die Gewinnwarnung des Konkurrenten STMicroelectronics vom Freitag. An diesem Mittwoch will Infineon Zahlen vorlegen.
Stahlwerte gaben ebenfalls nach. ThyssenKrupp verloren 5,33 Prozent auf 15,11 Euro. Salzgitter verloren im MDAX 8,54 Prozent auf 49,70 Euro. Händler verwiesen auf eine Gewinn- und Umsatzwarnung vom finnischen Branchenkollegen Rautaruukki. Der Konzern kündigte zudem an, wegen der schwächeren Nachfrage Stellen streichen zu wollen. Die Gewinnwarnung belaste den kompletten europäischen Stahlsektor, sagte der Händler.
Arcandor kosteten prozentual unverändert 1,82 Euro. Trotz Finanzkrise und Rezession sorgte das erste Adventswochenende für klingelnde Kassen in den Kaufhäusern. Die Kunden hätten Kauflaune gezeigt und für einen gelungenen Start ins Weihnachtsgeschäft gesorgt, teilte der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) am Sonntag mit. Ein Händler sagte: "Ich kann mich auch in allen Vorjahren nicht daran erinnern, dass das Weihnachtsgeschäft irgendwann einmal schlecht gestartet sein soll - vielleicht ist hier Zweckoptimismus dabei."
Im TecDAX fielen Q-Cells um 11,62 Prozent auf 23,20 Euro. Der Solarzellenhersteller rechnet wegen der Finanzkrise mit schwächerem Wachstum der Solarbranche. "Der Markt für Photovoltaik wird durch die Finanzkrise langsamer wachsen als von uns ursprünglich erwartet", sagte Vorstandschef Anton Milner der "Berliner Zeitung". Es sei für die Unternehmen des Sektors deutlich schwieriger geworden, den rasanten Ausbau der Kapazitäten fortzusetzen. Ein Händler sagte: "Richtig überraschend kommt das nicht - allerdings scheint Q-Cells den Markt immer klarer auf ein enttäuschendes Jahr 2009 vorzubereiten und das belastet den ganzen Sektor."/sf/ck