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  • Agenturmeldung

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    Markt und Börse: 1. Dezember 2008, 18:13,  AWP

    AKTIEN FRANKFURT/Schluss: Sehr schwach - Gewinnmitnahmen, Wall Street

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    FRANKFURT (AWP International) - Angesichts von Gewinnmitnahmen sowie negativen Impulsen aus den USA hat der deutsche Aktienmarkt am Montag sehr schwach geschlossen. Er gab damit einen Teil der deutlichen Gewinne aus der Vorwoche wieder ab. Beim DAX standen zu Handelsende Verluste von 5,88 Prozent auf 4.394,79 Zähler zu Buche. Der MDAX verlor 4,91 Prozent auf 5.092,60 Punkte, und für den TecDAX ging es um 6,00 Prozent auf 467,45 Zähler nach unten. An der Wall Street weitete der Dow Jones seine Auftaktverluste aus und auch von Konjunkturseite kamen negative Nachrichten. In den USA hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Verarbeitenden Gewerbe im November überraschend deutlich eingetrübt.

    "Heute ist es ohne bedeutende Nachrichten ziemlich nach unten gegangen, was nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Woche aber nicht ganz unerwartet kommt", sagte Aktienhändler Stefan Söllner von der Postbank. Bei 4.300 Punkten sei der DAX aber charttechnisch gut unterstützt.

    Aktien der Deutschen Bank rutschten als der grösste DAX-Verlierer um 11,06 Prozent auf 24,885 Euro ab. Börsianer verwiesen einhellig auf Gewinnmitnahmen nach dem jüngst freundlichen Kursverlauf. Aussagen von Vorstandschef Josef Ackermann in der "Börsen-Zeitung" (BöZ) unter anderem zu notwendigen Anpassungsmassnahmen in der Investmentbanking-Branche sind dagegen nach Einschätzung eines Händlers ein "Non-Event". Für Papiere des Konkurrenten Commerzbank ging es um 10,19 Prozent auf 6,480 Euro nach unten.

    Die Titel von Infineon verloren 8,92 Prozent auf 1,685 Euro und gehörten damit ebenfalls zu den schwächsten Werten im DAX. Händlern zufolge ist es "leicht negativ", dass die südkoreanischen Elektronikkonzerne Samsung und LG Electronics einem Pressebericht zufolge wegen des weltweiten Konjunkturabschwungs ihre Absatzprognose für das kommende Jahr senkte. Ein Bericht in der "Welt am Sonntag" (WamS) über höhere Sparziele von Infineon habe hingegen nicht überrascht.

    Daimler verloren 7,32 Prozent auf 22,850 Euro. Analyst Tim Schuldt von equinet verwies auf die geplante Produktionskürzung im Lkw-Bereich als Belastungsfaktor. Daimler will wegen stark rückläufiger Lkw-Bestellungen in Europa im Werk Wörth die Fertigung im ersten Quartal 2009 deutlich herunterfahren. "Wir stellen uns derzeit auf eine Produktionsdrosselung um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein", sagte Werksleiter Martin Daum der Branchen- und Wirtschaftszeitung "Automobilwoche". Händlern zufolge drückte dies auch auf den Kurs von MAN . Die Aktie fiel um 7,97 Prozent auf 32,81 Euro.

    Stahlwerte gaben ebenfalls nach. ThyssenKrupp verloren 7,52 Prozent auf 14,76 Euro. Händler verwiesen auf eine Gewinn- und Umsatzwarnung vom finnischen Branchenkollegen Rautaruukki. Der finnische Konzern kündigte zudem an, wegen der schwächeren Nachfrage Stellen streichen zu wollen. Die Gewinnwarnung belaste den kompletten europäischen Stahlsektor, sagte der Händler. Salzgitter verloren am MDAX-Ende 14,70 Prozent auf 46,35 Euro. Die Salzgitter-Tochter Klöckner-Werke senkte zuvor angesichts des konjunkturellen Abschwungs ihre Jahresprognose.

    LEONI gaben deutlich nach und zählten mit minus 6,01 Prozent auf 10,32 Euro zu den grössten Verlierern im MDAX. Börsianer verwiesen auf Gewinnmitnahmen nach dem jüngst deutlichen Kursanstieg bis Donnerstag vergangener Woche. Zudem belaste die Nachricht, dass der Autozulieferer Continental Beschäftigte wegen der Absatzkrise auf den Automärkten in Kurzarbeit schickt, auch die Titel des Bordnetz- und Kabelspezialisten. Aussagen des Kreditversicherers Euler Hermes in der "Automobilwoche", denen zufolge durch die Absatzkrise in der Autobranche kommendes Jahr zahlreiche Zulieferer und Händler von einer Insolvenz bedroht sind, drückten ebenfalls auf die Stimmung. Conti gaben im DAX um 4,51 Prozent auf 35,61 Euro nach.

    Arcandor verloren mit 1,10 Prozent auf 1,80 Euro nur unterdurchschnittlich. Trotz Finanzkrise und Rezession sorgte das erste Adventswochenende für klingelnde Kassen in den Kaufhäusern. Die Kunden hätten Kauflaune gezeigt und für einen gelungenen Start ins Weihnachtsgeschäft gesorgt, teilte der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) am Sonntag mit. Ein Händler sagte: "Ich kann mich auch in allen Vorjahren nicht daran erinnern, dass das Weihnachtsgeschäft irgendwann einmal schlecht gestartet sein soll - vielleicht ist hier Zweckoptimismus dabei."

    Im TecDAX fielen Q-Cells als Schlusslicht um 18,40 Prozent auf 21,42 Euro. Der Solarzellenhersteller rechnet wegen der Finanzkrise mit einem schwächeren Wachstum der Solarbranche. "Der Markt für Photovoltaik wird durch die Finanzkrise langsamer wachsen als von uns ursprünglich erwartet", sagte Vorstandschef Anton Milner der "Berliner Zeitung". Es sei für die Unternehmen des Sektors deutlich schwieriger geworden, den rasanten Ausbau der Kapazitäten fortzusetzen. Ein Händler sagte: "Richtig überraschend kommt das nicht - allerdings scheint Q-Cells den Markt immer klarer auf ein enttäuschendes Jahr 2009 vorzubereiten und das belastet den ganzen Sektor." Die meisten anderen Solarwerte verzeichneten ebenfalls prozentual zweistellige Verluste. IDS Scheer profitierten nur kurz von der Ankündigung eines Aktienrückkauf-Programms und schlossen 4,52 Prozent tiefer bei 5,07 Euro./gl/gr