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  • Agenturmeldung

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    Markt und Börse: 7. Oktober 2008, 14:56,  AWP

    AKTIEN FRANKFURT: DAX im Minus - Schwache Finanzwerte belasten

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    FRANKFURT (AWP International) - Belastet von Kursverlusten der Finanzbranche hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstag bis zum Nachmittag seine frühen Gewinne eingebüsst. Zuletzt fiel der DAX um 0,98 Prozent auf 5.334,03 Punkte. Der MDAX verlor 2,21 Prozent auf 5.995,84 Zähler. Der TecDAX büsste 3,82 Prozent auf 581,13 Punkte ein.

    "Das könnte alles besser sein", sagte ein Aktienhändler. "Die Finanzaktien sind hin- und hergerissen". Im Finanzsektor sorgten vor allem Gerüchte für lebhaften Handel, die Bankaktien setzten den Kurssturz der vergangenen Tage fast ungebremst fort. "Es gibt diverse Gerüchte, die die Panik im Sektor anheizen. So soll Royal Bank of Scotland (RBS) verstaatlicht werden und angeblich stecken HBOS , Lloyds TSB Group und Barclays in Liquiditätsschwierigkeiten", so ein Börsianer. Damit würde das gesamte europäische Bankensystem ins Wanken geraten. Unterdessen dementierte die Deutsche Bank vorige Gerüchte um eine neue Kapitalerhöhung.

    In der Finanzkrise will die EU Pleiten von grossen Banken verhindern. "Wir haben beschlossen, systemrelevante Finanzinstitute zu unterstützen", heisst es laut Bundesfinanzstaatssekretär Jörg Asmussen in der Abschlusserklärung des Luxemburger Finanzministertreffens. Zu der Frage, was systemrelevant bedeutet, sagte Asmussen, das werde von Fall zu Fall entschieden.

    Die Aktien der Commerzbank sackten um 7,61 Prozent auf 10,99 Euro ab. Deutsche Bank verloren 7,86 Prozent auf 44,11 Euro. Bei 40,50 Euro wurde der Branchenprimus zum tiefsten Kurs seit April 2003 gehandelt. Postbank gaben 5,44 Prozent auf 29,19 Euro nach. Hypo Real Estate (HRE) fielen um 2,77 Prozent auf 4,83 Euro. Der seit Tagen in der Kritik stehende Chef des angeschlagenen Immobilienfinanzierers, Georg Funke, verlässt mit sofortiger Wirkung das Unternehmen. Ein Nachfolger soll noch am heutigen Dienstag benannt werden.

    Volkswagen stiegen mit plus 11,17 Prozent auf 325,00 Euro an die Index-Spitze. Gemessen am Börsenwert ist VW mittlerweile vor Toyota Motor der grösste Autobauer der Welt. Mit 452,00 Euro wurde zwischenzeitlich ein neuer Rekordkurs gehandelt, der für Anleger ein Plus von 173 Prozent seit Jahresanfang bedeutete. Marktteilnehmer sehen den Grund für die anhaltende Stärke der VW-Papiere vor allem in Derivategeschäften begründet.

    Aktien von Porsche legten dank der massiven Kursgewinne der Volkswagen-Stämme zuletzt 4,32 Prozent auf 58,94 Euro zu. Händler führten das VW-Aktienpaket von mindestens 35 Prozent als Kurstreiber an. "Dieses Paket war auf dem aktuellen Kursniveau von VW von über 400 Euro mindestens 40 Milliarden Euro wert. Die Marktkapitalisierung von Porsche liegt aber mit etwas über 10 Milliarden Euro deutlich darunter", rechnete ein Börsianer vor.

    Aktien von SAP dehnten ihre Vortagesverluste um weitere 6,80 Prozent auf 26,88 Euro aus. Tags zuvor hatte SAP vorläufige Zahlen unter den eigenen Erwartungen veröffentlicht. Händler verwiesen auf zahlreiche Kurszielsenkungen durch Analysten, zudem habe das Management viel Vertrauen verspielt. Im TecDAX sackten die Aktien von Software AG mit minus 8,35 Prozent auf 30,84 Euro ans Index-Ende. Händler zogen die Verbindung zu den enttäuschenden Zahlen vom Vortag von SAP. "Die Software AG wird hier ganz klar in Sippenhaft genommen", sagte ein Börsianer. Am Markt herrsche nun Angst, dass die ganze Branche vor ähnlichen Problemen wie die Walldorfer stehen könnte.

    Die Aktien von Premiere weiteten im MDAX ihre Vortagesverluste aus und fielen zuletzt um 16,92 Prozent auf 2,70 Euro. Unicredit hatte den Titel von "Buy" auf "Hold" abgestuft und das Kursziel von 15,50 auf 3,50 Euro gekappt. Die Deutsche Fussball-Liga (DFL) will darüber hinaus einem Zeitungsbericht zufolge bei der Vergabe der Fernsehrechte der Bundesliga auf den angeschlagenen Bezahlsender zugehen. "Wir werden Premiere wieder auf die Beine helfen", zitiert das "Handelsblatt" (Dienstag) einen Insider. Offenbar wolle die DFL den Spielplan so gestalten, dass er den Bedürfnissen des Pay-TV-Konzerns entgegen kommt./sf/dr