Dienstag, 02. Dezember 2008, 21:21:42 Uhr, NZZ Online
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(Agenturmeldung)
FRANKFURT (AWP International) - Belastet von Kursverlusten der Finanzbranche hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstag bis zum Mittag seine frühen Gewinne eingebüsst. Zuletzt fiel der Index um 0,12 Prozent auf 5.380,62 Punkte. Der MDAX verlor gar 2,10 Prozent auf 6.003,11 Zähler. Der TecDAX büsste 2,41 Prozent auf 589,63 Punkte ein. "Das könnte alles besser sein", sagte ein Aktienhändler. "Die Finanzaktien sind hin- und hergerissen". Im Finanzsektor sorgten vor...
FRANKFURT (AWP International) - Belastet von Kursverlusten der Finanzbranche hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstag bis zum Mittag seine frühen Gewinne eingebüsst. Zuletzt fiel der Index um 0,12 Prozent auf 5.380,62 Punkte. Der MDAX verlor gar 2,10 Prozent auf 6.003,11 Zähler. Der TecDAX büsste 2,41 Prozent auf 589,63 Punkte ein.
"Das könnte alles besser sein", sagte ein Aktienhändler. "Die Finanzaktien sind hin- und hergerissen". Im Finanzsektor sorgten vor allem Gerüchte für lebhaften Handel, die Bankaktien setzten den Kurssturz der vergangenen Tage fast ungebremst fort. "Es gibt diverse Gerüchte, die die Panik im Sektor anheizen. So soll die Deutsche Bank eine neue Kapitalerhöhung planen, in Grossbritannien soll Royal Bank of Scotland (RBS) verstaatlicht werden und angeblich stecken HBOS , Lloyds TSB Group und Barclays in Liquiditätsschwierigkeiten", so ein Börsianer. Damit würde das gesamte europäische Bankensystem ins Wanken geraten. Unterdessen wurde aus Kreisen das Gerücht um eine Kapitalerhöhung der Deutschen Bank als "Unsinn" bezeichnet.
Die Aktien der Commerzbank sackten mit minus 13,15 Prozent auf 10,33 Euro ans Index-Ende. Deutsche Bank verloren 10,62 Prozent auf 42,77 Euro. Bei 40,50 Euro wurde der Branchenprimus zum tiefsten Kurs seit April 2003 gehandelt. Postbank gaben 4,60 Prozent auf 29,45 Euro nach. Hypo Real Estate fielen um 4,26 Prozent auf 4,50 Euro.
Aktien von SAP dehnten ihre Vortagesverluste um weitere 10,06 Prozent auf 25,94 Euro aus. Tags zuvor hatte SAP vorläufige Zahlen unter den eigenen Erwartungen veröffentlicht. Händler verwiesen einerseits auf zahlreiche Kurszielsenkungen durch Analysten. Die Kursziele seien aber immer noch zu hoch und die Aktie zu teuer, hiess es am Markt. "Zudem hat der Vorstand nun viel Vertrauen verspielt. Es wird dauern, bis wir hier wieder eine Erholung sehen", sagte ein Börsianer. Auch habe sich die Aktie in den vergangenen Wochen des Marktabschwungs deutlich besser gehalten - das drehe sich nun um.
Volkswagen stiegen mit plus 13,16 Prozent auf 330,94 Euro an die Index-Spitze. Gemessen am Börsenwert ist VW mittlerweile vor Toyota Motor der grösste Autobauer der Welt. Mit 345,00 Euro wurde zwischenzeitlich gar ein neuer Rekordkurs gehandelt, der für Anleger ein Plus von gut 117 Prozent seit Jahresanfang bedeutet Marktteilnehmer sehen den Grund für die anhaltende Stärke der VW-Papiere vor allem in Derivategeschäften begründet. So vermutet Analyst Frank Schwope von der NORD/LB Käufe zur Deckung von Optionen, die Porsche eine Lieferung zusichern. "Ich glaube nicht, dass Porsche selbst hinter den Käufen steckt", sagte er.
Die Aktien von Premiere bauten im MDAX ihre Vortagesverluste aus und fielen zuletzt um 12,92 Prozent auf 2,83 Euro. Unicredit hatte den Titel von "Buy" auf "Hold" abgestuft und das Kursziel von 15,50 auf 3,50 Euro gekappt. Die Deutsche Fussball-Liga (DFL) will darüber hinaus einem Zeitungsbericht zufolge bei der Vergabe der Fernsehrechte der Bundesliga auf den angeschlagenen Bezahlsender zugehen. "Wir werden Premiere wieder auf die Beine helfen", zitiert das "Handelsblatt" (Dienstag) einen Insider. Offenbar wolle die DFL den Spielplan so gestalten, dass er den Bedürfnissen des Pay-TV-Konzerns entgegen kommt./sf/ag