Dienstag, 02. Dezember 2008, 17:26:21 Uhr, NZZ Online
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(Agenturmeldung)
FRANKFURT (AWP International) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag freundlich eröffnet und sich im frühen Handel deutlich von seinen Vortagesverlusten erholt. Der DAX stieg in den ersten Handelsminuten um 1,73 Prozent auf 5.480,06 Zähler. Der MDAX gewann 2,41 Prozent auf 6.279,57 Punkte. Der TecDAX legte 2,70 Prozent auf 620,49 Zähler zu. Die Aktien der Finanzbranche legten im frühen Handel deutlich zu. Die EU-Finanzminister kommen an diesem Dienstag in...
FRANKFURT (AWP International) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag freundlich eröffnet und sich im frühen Handel deutlich von seinen Vortagesverlusten erholt. Der DAX stieg in den ersten Handelsminuten um 1,73 Prozent auf 5.480,06 Zähler. Der MDAX gewann 2,41 Prozent auf 6.279,57 Punkte. Der TecDAX legte 2,70 Prozent auf 620,49 Zähler zu. Die Aktien der Finanzbranche legten im frühen Handel deutlich zu.
Die EU-Finanzminister kommen an diesem Dienstag in Luxemburg zusammen, um über gemeinsame Grundsätze bei der Rettung von angeschlagenen Banken zu beraten. Staaten, die Finanzinstituten mit Milliardenspritzen helfen, sollen beispielsweise in der Lage sein, beim Management und deren Besoldung einzugreifen. Wegen der dramatisch zugespitzten Finanzmarktkrise hat das schon länger geplante Treffen der 27 Ressortchefs eine besondere Bedeutung.
Die Aktien der Hypo Real Estate (HRE) erholten sich etwas von den Kurseinbrüchen der Vortage und stiegen um 17,87 Prozent auf 5,54 Euro. Postbank gewannen 0,68 Prozent auf 31,08 Euro. Deutsche Bank verloren hingegen 0,64 Prozent auf 47,55 Euro war damit einer der wenigen DAX-Verlierer.
Aktien der Münchener Rück stiegen um 1,08 Prozent auf 103,86 Euro. Händler verwiesen auf die Bestätigung der mittelfristigen Ziele des Rückversicherers. Der Konzern rechnet trotz der Finanzkrise weiterhin mit einer Rendite auf das Risikokapital in Höhe von mindestens 15 Prozent. "Das ist zumindest keine negative Überraschung", sagte ein Händler.
Siemens stiegen um 1,88 Prozent auf 56,48 Euro. Laut einem Bericht der "New York Times" könnte der Mischkonzern im November mit den US-Behörden eine Einigung im Korruptionsskandal erzielen. Der Zeitung zufolge könnte Siemens eine Geldstrafe zahlen und sich verpflichten, sich über Jahre einem Compliance-Monitoring zu unterziehen. Ein Börsianer wertete die Nachricht leicht positiv. Sie könnte bedeuten, dass der Mischkonzern nicht wie befürchtet auf die sogenannte "schwarze Liste" gesetzt wird. Firmen auf dieser Liste dürften nicht mit US-Unternehmen zusammenarbeiten.
SAP knüpfte hingegen mit minus 1,01 Prozent auf 28,55 Euro an ihre Vortagesverluste an. Händler verwiesen auf die tags zuvor veröffentlichten, enttäuschenden Zahlen und negative Analystenreaktionen. So senkte Goldman Sachs das Kursziel für den Softwarekonzern von 40 auf 31 Euro, die Credit Suisse senkte es von 42 auf 33 Euro. Auch die UBS habe ihr Ziel von 44 auf 34 Euro zurückgeschraubt, hiess es. SAP hatte im Zuge der Finanzkrise und aufgrund der Kundenzurückhaltung unter den Erwartungen liegende Quartalszahlen avisiert.
Im MDAX stiegen Wacker Chemie mit plus 5,23 Prozent auf 83,72 Euro an die Index-Spitze.
Premiere bauten ihre Vortagesverluste als schwächster Wert im Index aus. Sie verloren erneut 12,12 Prozent auf 2,85 Euro. Unicredit hatte den Titel von "Buy" auf "Hold" abgestuft und das Kursziel von 15,50 auf 3,50 Euro gekappt. Die Deutsche Fussball-Liga (DFL) will darüber hinaus einem Zeitungsbericht zufolge bei der Vergabe der Fernsehrechte der Bundesliga auf den angeschlagenen Bezahlsender Premiere zugehen. "Wir werden Premiere wieder auf die Beine helfen", zitiert das "Handelsblatt" (Dienstag) einen Insider. Offenbar wolle die DFL den Spielplan so gestalten, dass er den Bedürfnissen des Pay-TV-Konzerns entgegen kommt.
Salzgitter verloren nach ihrem Vortagesverlust von knapp 17 Prozent erneut 2,59 Prozent auf 54,81 Euro. Händler hatten angesichts mehrerer Presseberichte eigentlich mit einer Erholung des Titels gerechnet. Der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zufolge erwartet der Stahlkonzern auch in 2009 gutes Stahlgeschäft. "2008 wird für Salzgitter ein exzellentes Stahljahr, und ich denke, dass sich das Unternehmen auch im nächsten Jahr gut schlagen wird", wird Unternehmenschef Wolfgang Leese zitiert. Zuletzt sei immer wieder ein schnelleres Hoch im Stahlzyklus befürchtet worden, sagte ein Börsianer. Erst am Vortag hatte die UBS Gewinnprognosen und Kursziel gesenkt. Leese erklärte gegenüber der "Financial Times Deutschland" zudem, dass das Wachstumsziel für die Stahlproduktion Ende 2009 oder Anfang 2010 erreicht werde.
TUI verbuchten mit plus 0,09 Prozent auf 10,93 Euro ein hauchdünnes Plus. Der geplante Verkauf der Reederei Hapag-Lloyd steht einem Pressebericht zufolge unter keinem guten Stern und könnte die Aktie ebenfalls in den Fokus rücken. "Ich erwarte nicht, dass TUI im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld einen akzeptablen Preis für Hapag-Lloyd bekommen wird", sagte Tor Olav Troim der Zeitung "Welt" (Dienstagausgabe). TUI-Chef Michael Frenzel solle daher über ein Verschieben des Verkaufs nachdenken.
Im TecDAX gaben Software AG mit minus 7,88 Prozent auf 31,00 Euro am deutlichsten nach.