Dienstag, 02. Dezember 2008, 21:17:38 Uhr, NZZ Online
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(Agenturmeldung)
FRANKFURT (AWP International) - Belastet von enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten ist der deutsche Aktienindex DAX am Freitag tief ins Minus gerutscht. Nach Veröffentlichung der Daten fiel der DAX um 2,29 Prozent auf 6.135,87 Zähler. Der MDAX verlor 2,40 Prozent auf 8.083,74 Punkte. Der TecDAX gab um 2,79 Prozent auf 772,25 Zähler nach. Die US-Arbeitslosenzahlen für den vergangenen Monat hätten die Kurse auf Talfahrt geschickt, sagten Aktienhändler. Die...
FRANKFURT (AWP International) - Belastet von enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten ist der deutsche Aktienindex DAX am Freitag tief ins Minus gerutscht. Nach Veröffentlichung der Daten fiel der DAX um 2,29 Prozent auf 6.135,87 Zähler. Der MDAX verlor 2,40 Prozent auf 8.083,74 Punkte. Der TecDAX gab um 2,79 Prozent auf 772,25 Zähler nach.
Die US-Arbeitslosenzahlen für den vergangenen Monat hätten die Kurse auf Talfahrt geschickt, sagten Aktienhändler. Die Daten seien ein grosser Stimmungsdämpfer für den Markt. Die Arbeitslosenquote für August war auf 6,1 Prozent angestiegen, Experten hatten lediglich mit einem Anstieg auf 5,8 Prozent gerechnet.
Belastet von düsteren Zukunftsaussichten des finnischen Handyherstellers Nokia fielen die Aktien von Infineon mit minus 4,51 Prozent auf 5,61 Zähler ans DAX-Ende. Der Münchener Halbleiterbauer beliefert die Top fünf Handyhersteller der Welt mit Chips. Der Handy-Hersteller nahm seine Prognose für den Marktanteil auf dem Handy-Markt für das dritte Quartal zurück und schickte damit die eigene Aktie auf Talfahrt.
Die Sorgen um eine Abschwächung der Konjunktur belasteten ferner vor allem Titel exportorientierter Unternehmen. So fielen Papiere von Daimler um 3,93 Prozent auf 39,81 Euro, und die Aktien von MAN verbilligten sich um 3,72 Prozent auf 59,35 Euro.
ThyssenKrupp-Aktien gaben 4,05 Prozent auf 29,13 Euro ab. Händler verwiesen auch auf die schwache Vorgabe für Stahlwerte aus den USA. Die Papiere von United States Steel waren am Vorabend um 5,12 Prozent auf 112,67 Dollar auf ein 6-Monats-Tief gerutscht. Auch an den asiatischen Märkten hätten die Stahltitel unter Druck gestanden, wobei Nippon Steel ebenfalls mehr als 5 Prozent verloren. In China seien zudem einige Branchenwerte wegen der Ankündigung von Restrukturierungen vom Handel ausgesetzt worden. Im MDAX ging es für die Papiere von Salzgitter um 3,84 Prozent auf 89,10 Euro nach unten.
Einziger Gewinner im DAX waren die Titel der Deutschen Postbank , die 1,46 Prozent auf 42,95 Euro zulegten. Händler verwiesen auf erneute Gerüchte, die am Markt herumgereicht würden, dass die Deutsche Bank ein Angebot von 50 Euro je Postbank-Aktie plane. Nach der Übernahme der Dresdner Bank durch Commerzbank sei die Deutsche Bank etwas unter Zugzwang, die Commerzbank komme als Käufer der Postbank unterdessen zunächst nicht mehr in Frage. Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte auf Anfrage: "Kein Kommentar". In Finanzkreisen wurde ein solches Gebot zum aktuellen Zeitpunkt als "unwahrscheinlich" eingestuft. Deutsche Bank-Titel gaben um 1,44 Prozent auf 56,92 Euro nach.
Belastet von Gewinnmitnahmen fielen im MDAX die Aktien von ProSiebenSat.1 Media um 3,51 Prozent auf 6,05 Euro. Händler verwiesen auf Gewinnmitnahmen, nachdem sich die Papiere des Medienkonzerns seit Anfang Juli in der Spitze um 70 Prozent erholt haben. Nach dem Bruch der Unterstützung bei rund 6,30 Euro habe sich auch die Charttechnik eingetrübt.
Die im TecDAX notierten Solartitel gaben deutlich nach. Einem Händler zufolge leidet die Solarbranche unter der Sorge, dass der sinkende Ölpreis den Anreiz verringern könnte, auf alternative Energien umzusteigen. So fielen die Aktien von Q-Cells um 8,54 Prozent auf 57,16 Euro, und für die Papiere von Phoenix Solar ging es um 4,75 Prozent auf 45,89 Euro nach unten.
AIXTRON-Aktien weiteten ihre massiven Vortagesverluste aus. Sie fielen erneut um 1,09 Prozent auf 6,37 Euro. Bereits am Vortag war der Titel um acht Prozent gefallen. Händler hatten auf einen Artikel der taiwanischen Zeitung "Digitimes" verwiesen, der von einer Verzögerung bei den Expansionsplänen der LED-Hersteller berichte. Dies drücke auf die Stimmung für den Zulieferer, sagten Händler. Aktuell senkte Exane BNP das Kursziel von 14,00 auf 7,50 Euro und die Einstufung "Outperform" auf "Neutral".
Ausserhalb der grossen Indizes stiegen die Titel der im SDAX notierten, zweitgrössten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin um 1,73 Prozent auf 3,98 Euro. Von Januar bis August 2008 beförderten die Berliner 3,9 Prozent mehr Passagiere als im Vorjahreszeitraum. Ein Händler sagte: "Die Zahlen sehen gut aus"./sf/la