Dienstag, 02. Dezember 2008, 20:33:21 Uhr, NZZ Online
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(Agenturmeldung)
FRANKFURT (AWP International) - Vor der mit Spannung erwarteten Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten hat der deutsche Aktienmarkt am Freitag Verluste verbucht. Marktteilnehmer begründeten die Abschläge unter anderem mit Befürchtungen, dass die Arbeitslosigkeit in den USA im August höher als erwartet ausgefallen sein könnte - dies hatte die US-Börsen bereits deutlich unter Druck gesetzt und für eine schwache Vorgabe gesorgt. Der Aktienindex DAX gab...
FRANKFURT (AWP International) - Vor der mit Spannung erwarteten Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten hat der deutsche Aktienmarkt am Freitag Verluste verbucht. Marktteilnehmer begründeten die Abschläge unter anderem mit Befürchtungen, dass die Arbeitslosigkeit in den USA im August höher als erwartet ausgefallen sein könnte - dies hatte die US-Börsen bereits deutlich unter Druck gesetzt und für eine schwache Vorgabe gesorgt. Der Aktienindex DAX gab um 1,40 Prozent auf 6.191,45 Punkte nach, und für den MDAX ging es um 1,44 Prozent auf 8.162,19 Zähler runter. Der TecDAX fiel um 2,17 Prozent auf 777,12 Punkte.
Marktstratege Christian Schmidt von der Helaba verwies auf die sich weiter eintrübenden Wachstumsaussichten als Belastung. Wegen des weiterhin schwachen Eurokurses wendeten sich derzeit zudem viele ausländische Investoren vom deutschen Aktienmarkt ab. Die Sorgen um eine Abschwächung der Konjunktur belasteten vor allem Titel exportorientierter Unternehmen. So fielen Papiere von Daimler um 2,73 Prozent auf 40,31 Euro, und die Aktien von MAN verbilligten sich um 2,66 Prozent auf 60,00 Euro.
ThyssenKrupp-Aktien gaben 2,87 Prozent auf 29,49 Euro ab. Händler verwiesen auch auf die schwache Vorgabe für Stahlwerte aus den USA. Die Papiere von United States Steel waren am Vorabend um 5,12 Prozent auf 112,67 Dollar auf ein 6-Monats-Tief gerutscht. Auch an den asiatischen Märkten hätten die Stahltitel unter Druck gestanden, wobei Nippon Steel auch mehr als 5 Prozent verloren. In China seien zudem einige Branchenwerte wegen der Ankündigung von Restrukturierungen vom Handel ausgesetzt worden. Im MDAX ging es für die Papiere von Salzgitter um 2,65 Prozent auf 90,20 Euro nach unten.
Einziger Gewinner im DAX waren die Titel der Deutschen Postbank , die 1,46 Prozent auf 42,95 Euro zulegten. Händler verwiesen auf erneute Gerüchte, die am Markt herumgereicht würden, dass die Deutsche Bank ein Angebot von 50 Euro je Postbank-Aktie plane. Nach der Übernahme der Dresdner Bank durch Commerzbank sei die Deutsche Bank etwas unter Zugzwang, die Commerzbank komme als Käufer der Postbank unterdessen zunächst nicht mehr in Frage. Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte auf Anfrage: "Kein Kommentar." In Finanzkreisen wurde ein solches Gebot zum aktuellen Zeitpunkt als "unwahrscheinlich" eingestuft. Deutsche Bank-Titel gaben um 1,44 Prozent auf 56,92 Euro nach.
Belastet von Gewinnmitnahmen fielen im MDAX die Aktien von ProSiebenSat.1 Media um 3,51 Prozent auf 6,05 Euro. Händler verwiesen auf Gewinnmitnahmen, nachdem sich die Papiere des Medienkonzerns seit Anfang Juli in der Spitze um 70 Prozent erholt haben. Nach dem Bruch der Unterstützung bei rund 6,30 Euro habe sich auch die Charttechnik eingetrübt.
Im TecDAX weiteten AIXTRON-Aktien ihre massiven Vortagesverluste aus. Sie fielen erneut um 4,66 Prozent auf 6,14 Euro. Bereits am Vortag war der Titel um acht Prozent gefallen. Händler hatten auf einen Artikel der taiwanischen Zeitung "Digitimes" verwiesen, der von einer Verzögerung bei den Expansionsplänen der LED-Hersteller berichte. Dies drücke auf die Stimmung für den Zulieferer, sagten Händler. Aktuell senkte Exane BNP das Kursziel von 14,00 auf 7,50 Euro und die Einstufung "Outperform" auf "Neutral".
Ausserhalb der grossen Indizes stiegen die Titel der im SDAX notierten, zweitgrössten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin um 0,25 Prozent auf 4,06 Euro. Von Januar bis August 2008 beförderten die Berliner 3,9 Prozent mehr Passagiere als im Vorjahreszeitraum. Ein Händler sagte: "Die Zahlen sehen auf gut aus"./la/fa