Dienstag, 02. Dezember 2008, 16:12:32 Uhr, NZZ Online
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(Agenturmeldung)
FRANKFURT (AWP International) - Belastet von sehr schwachen Vorgaben der Börsen in USA und Asien und der weiterhin hohen Unsicherheit an den internationalen Finanzmärkten sind die deutschen Aktienindizes am Freitag erneut mit Abschlägen in den Handel gestartet. Der Aktienindex DAX verlor in den ersten Minuten 0,76 Prozent auf 6.232,06 Punkten. Der MDAX fiel um 0,80 Prozent auf 8.215,00 Zähler. Der TecDAX sank um 1,55 Prozent auf 782,01 Punkte. Die Börsianer liessen...
FRANKFURT (AWP International) - Belastet von sehr schwachen Vorgaben der Börsen in USA und Asien und der weiterhin hohen Unsicherheit an den internationalen Finanzmärkten sind die deutschen Aktienindizes am Freitag erneut mit Abschlägen in den Handel gestartet. Der Aktienindex DAX verlor in den ersten Minuten 0,76 Prozent auf 6.232,06 Punkten. Der MDAX fiel um 0,80 Prozent auf 8.215,00 Zähler. Der TecDAX sank um 1,55 Prozent auf 782,01 Punkte.
Die Börsianer liessen sich weiter von der schwachen Kursentwicklung an den US-Börsen und den asiatischen Märkten beeindrucken und vor dem wichtigen US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag dürften sich die meisten deutlich zurückhalten, sagten Händler.
Vor allem die Finanz- und Autowerte rutschen ins Minus. Minimale Kursgewinne verbuchten im frühen Handel lediglich die Titel von Fresenius Medical Care und METRO.
Aktien der Lufthansa fielen um 0,96 Prozent auf 14,91 Euro. Neben Deutschlands grösster Fluglinie hoffen offenbar noch zwei weitere Fluggesellschaften auf den Zuschlag beim Verkauf von Brussels Airlines. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" haben sich auch British Airways und die chinesische Hainan Airlines beworben. Brussels Airlines und Lufthansa hatten in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass sie sich in "konstruktiven Verhandlungen" über einen Einstieg befinden. Demnach würde Lufthansa zunächst für 65 Millionen Euro 45 Prozent der Anteile an der Brussels-Muttergesellschaft SN Airholding übernehmen, nach zwei Jahren könnte sie das Unternehmen komplett kaufen. Ein Händler begründete die Kursverluste mit Befürchtungen, wonach die Lufthansa einen zu hohen Preis für Brussels Airlines bezahlen könnte.
Die Rückversicherer gehen indes trotz weltweiter Finanzkrise und schlechterer Marktbedingungen nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's gut gerüstet in die kommenden Monate. Der Ausblick für die Branche sei für die nächsten 12 bis 18 Monate stabil, schreiben die Moody's-Experten in einer Studie, die zum Branchentreffen "Rendez-Vous de Septembre" veröffentlicht wurde. In Monte Carlo sprechen in diesen Tagen Erstversicherer wie Allianz und Generali mit Rückversicherern wie Swiss Re , Münchener Rück und Hannover Rück über die Erneuerung der Verträge, die zum Jahreswechsel ansteht. Den Aktien half der Optimismus der Ratingagentur am Morgen nicht: Der Kurs der Münchener Rück fiel um 1,10 Prozent auf 103,44 Euro. Hannover Rück verloren 0,39 Prozent auf 28,14 Euro.
Der Kurs des Sportartikelherstellers adidas gab hingegen weniger stark nach als der Gesamtmarkt und fiel lediglich um 0,43 Prozent auf 39,06 Euro. Der russische Fussballverband will mit adidas am kommenden Montag in Moskau ein langfristiges Kooperationsabkommen abschliessen. Laut der Agentur Interfax geht es um einen Zeitraum bis 2016 und ein Vertragsvolumen von rund 100 Millionen Euro. "Wir möchten das derzeit nicht kommentieren", hiess es von adidas. Laut Medienberichten beendet der russische Fussballverband damit seine bisherige Kooperation mit dem Sportartikelhersteller Nike . Ein Händler sagte: "Das ist sicherlich positiv, auch weil sich adidas gegen Nike durchsetzt.'
Belastet von Gewinnmitnahmen sackten im MDAX die Aktien von ProSiebenSat.1 Media mit minus 5,10 Prozent auf 5,95 Euro ans Index-Ende. Händler verwiesen auf Gewinnmitnahmen, nachdem sich die Papiere des Medienkonzerns seit Anfang Juli in der Spitze um 70 Prozent erholt haben. Fundamental seien zunächst keine neuen Belastungsfaktoren zu erkennen. Nach dem Bruch der Unterstützung bei rund 6,30 Euro habe sich auch die Charttechnik eingetrübt.
Im TecDAX bauten AIXTRON ihre massiven Vortagesverluste aus. Sie fielen erneut um 4,04 Prozent auf 6,18 Euro. Bereits am Vortag war der Titel um acht Prozent gefallen. Händler hatten auf einen Artikel der taiwanischen Zeitung "Digitimes" verwiesen, der von einer Verzögerung bei den Expansionsplänen der LED-Hersteller berichte. Dies drücke auf die Stimmung für den Zulieferer, sagten Händler. Akutell senkte Exane BNP das Kursziel von 14,00 auf 7,50 Euro und die Einstufung "Outperform" auf "Neutral".
An die TecDAX-Spitze stiegen Nordex mit plus 2,27 Prozent auf 23,84 Euro./sf/la