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  • 20. November 2008, 18:45, NZZ Online

    SNB überrascht die Ökonomen

    SNB überrascht die Ökonomen

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    Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat am Donnerstag führende Ökonomen mit ihrer Leitzinssenkung um einen vollen Prozentpunkt überrascht. Sie erhoffen sich eine Stabilisierung und eine Stimulierung der Wirtschaft, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur AP zeigte.

    (ap/sda) Laut dem UBS-Ökonom Daniel Kalt sorgte die SNB für «eine rechte Überraschung». Die ausserplanmässige Zinssenkung zeige auch vom Ausmass her, wie entschlossen die Währungshüter in der derzeitigen Lage handelten: «Sie haben deutlich aufs Gaspedal gedrückt.» Die SNB-Spitze zeige auch Vertrauen, dass die Inflation in der Schweiz kein Problem darstelle, unter anderem dank dem dramatisch gesunkenen Ölpreis.

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    Zu erwarten seien eine Abschwächung des Frankens und ein Absinken der kurzfristigen Zinsen. Dies verbessere die Finanzierungssituation und dürfte für einen weiteren Rückgang der Hypothekarzinsen sorgen. Der Trend zur Anspannung am Interbankenmarkt scheine gebrochen, sagte Kalt.

    Die Nationalbank zeige mit ihrem Entscheid, dass sie der wirtschaftlichen Abschwächung aktiv entgegentreten wolle, sagte der Credit-Suisse-Ökonom Fabian Heller. Schon zuvor sei eine starke Lockerung der SNB-Geldpolitik zu beobachten gewesen, weil der Repo-Satz auf 0,5 Prozent und der Libor am Mittwoch unter das bisherige Zielband gesunken seien. Dadurch habe die SNB im Umfeld schwächeren Wachstums und sinkender Inflationsrate mehr Spielraum erhalten und ausgenützt.

    Laut Jan-Egbert Sturm, der Leiter der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF), musste die SNB den Spielraum ausnützen. Die Probleme der Wirtschaft könnten nicht durch die Fiskalpolitik allein gelöst werden. Sturm erwartet nun ein Absinken des allgemeinen Zinsniveaus, liess aber die Frage des Ausmasses offen. Es werde aber billiger, Kredite für Investitionen und den Konsum aufzunehmen. Zudem mache eine Abschwächung des Frankens die Exportwirtschaft wettbewerbsfähiger.

    Positiv überrascht zeigte sich auch Alexis Körber vom Konjunkturforschungsinstitut BAK Basel Economics AG - nicht nur wegen des Zeitpunkts und des Ausmasses, sondern auch vom Alleingang der SNB. Die BAK habe erwartet, dass die SNB das Zinsband erst im Dezember senke, und zwar um einen halben Prozentpunkt und in Absprache mit der Europäischen Zentralbank. Es sei zu hoffen, dass der Zinsentscheid zu einer Stabilisierung der von Misstrauen geprägten Lage beitrage und die Investitionen anrege - sowohl im Ausrüstungs- als auch im Bausektor, sagte Körber.

    Weitere Senkung der Hypozinsen denkbar

    Unterdessen denken die Geschäftsbanken über eine weitere Senkung der Hypothekarzinsen nach. Das Ausmass der Leitzinssenkung der Währungshüter hat die Banken überrascht. Entschieden ist aber noch nichts.

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