Donnerstag, 08. Januar 2009, 07:27:53 Uhr, NZZ Online
cei. Frankfurt, 8. Januar
Das Handelsunternehmen Würth aus Künzelsau (Baden-Württemberg) hat im vergangenen Jahr erneut markant mehr umgesetzt und dabei noch überproportional mehr verdient. Um 9,5% – währungsbereinigt 10,5% – legte der Umsatz auf 8,5 Mrd. € zu. Vor zehn Jahren war es mit 3,6 Mrd. € noch weniger als die Hälfte gewesen. Das Betriebsergebnis vor Steuern kletterte gemäss den provisorischen Angaben um 13% auf rund 580 Mio. €. Mittlerweile zählt die Familienfirma weltweit 63 600 Mitarbeiter, davon fast die Hälfte im Aussendienst. Im Jahr 1954 hatte Reinhold Würth im Alter von 19 Jahren den Zweimannbetrieb seines Vaters übernommen und ihn sukzessive zu einem global agierenden Konzern ausgebaut. Würth ist heute Ehrenvorsitzender des Aufsichtsgremiums, das von seiner Tochter Bettina angeführt wird.
Aus dem ursprünglichen «Schraubenhändler» ist das weltweit führende Handelsunternehmen für Befestigungs- und Montagetechnik geworden. Man vertreibt nicht mehr nur Schrauben, Dübel oder Werkzeuge. Dazugekommen sind etwa auch Schutzbekleidung, elektronische Bauteile, Solarmodule und Finanzdienstleistungen, speziell zugeschnitten auf Handwerksbetriebe. Eines der Erfolgsgeheimnisse ist die dezentrale Struktur. Der Konzern zählt 400 Tochtergesellschaften in 86 Ländern, die mit mittelständischen Strukturen eigenverantwortlich operieren. Das Unternehmen hält sich zwar von der Börse fern, macht sich die Kapitalmärkte aber durchaus zunutze. So wurde im Mai 2007 eine Anleihe über 300 Mio. € placiert. Die Bonität der Firma als Schuldner wird von Standard & Poor's und Fitch mit «A» und somit als solide eingestuft. Am Heimmarkt baut Würth derzeit den Direktvertrieb für Kleinkunden und Handwerker aus. Mittlerweile gibt es 250 Niederlassungen, in denen der Kunde 5500 gängige Würth-Produkte findet. Insgesamt vertreibt der Konzern mehr als 100 000 Produkte.
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