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  • 4. Dezember 2008, 10:11, NZZ Online

    Schärferes Regime für Grossbanken

    Schärferes Regime für Grossbanken

    Höhere Eigenmittelanforderungen in Kraft gesetzt

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    Die beiden Schweizer Grossbanken müssen künftig deutlich mehr Eigenmittel halten und eine Verschuldungsgrenze respektieren. Darauf hat sich die Bankenkommission mit der UBS und der Credit Suissenach anfänglichem Widerstand der Banken geeinigt.

    (ap) Das neue Regime ist in Form einer Verfügung in Kraft gesetzt, wie die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) am Donnerstag mitteilte.

    Die neuen Vorschriften wurden als Folge der Finanzkrise von der Bankenaufsicht und der Schweizerischen Nationalbank ausgearbeitet und stiessen wegen der Einführung der Verschuldungsquote oder Leverage Ratio vor allem bei der CS anfänglich auf erbitterten Widerstand.

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    Hauptpunkte des neuen Eigenmittelregimes

    Hauptpunkte des neuen Eigenmittelregimes

    (ap) Das von der EBK in enger Koordination mit der Nationalbank entwickelte neue Eigenmittelregime soll einerseits für dickere Polster bei den beiden Grossbanken sorgen, und anderseits die Aufblähung der Bilanzen verhindern. Es geht im wesentlichen um folgende beiden Schritte:

    • Die neuen Erfordernisse für die Erhöhung der risikogewichteten Eigenmittel für die Grossbanken werden sich künftig in der Bandbreite zwischen 50 und 100 Prozent über den international geltenden Mindestanforderungen der Eigenkapitalvereinbarung Basel II bewegen. Der Spielraum ist gemäss EBK erforderlich, damit die Massnahmen ihre stabilisierende Wirkung entfalten und gleichzeitig antizyklisch wirken können. Die Banken sollen demnach in guten Zeiten die Eigenmittel bis zu einer Zielgrösse von 200 Prozent aufbauen. Die so erzielten Puffer stehen den Banken in Krisenzeiten zur Verfügung und können bis zu einer Interventionsstufe von 150 Prozent aufgebraucht werden.
    • Als Ergänzung zum risikobasierten Eigenmittelerfordernis wird bei Credit Suisse und UBS zukünftig eine Leverage Ratio eingeführt. Durch die neue risikounabhängige, nominale Messgrösse wird der mittels Fremdkapital finanzierte Bilanzanteil klar begrenzt. Das mit der Leverage Ratio definierte Verhältnis zwischen Kernkapital und Bilanzsumme wird sich bei beiden Banken auf Konzernebene auf minimal drei Prozent und auf Ebene der Einzelinstitute auf minimal vier Prozent belaufen. Die erwartete Zielgrösse in guten Zeiten liegt über den Minima und wirkt deshalb ebenfalls antizyklisch. Um das volkswirtschaftlich wichtige inländische Kreditgeschäft der beiden Grossbanken nicht einzuschränken, wird dieses von der Leverage Ratio ausgenommen

    Schon Mitte Oktober hatte sich die Credit Suisse mit der EBK aber auf das neue Regime geeinigt und mit einer Kapitalerhöhung um zehn Milliarden Franken dafür gesorgt, dass die für 2013 angestrebten Zielgrössen aus damaliger Sicht übertroffen werden. Inzwischen kam es auch mit der von der Finanzkrise schwerer getroffenen UBS zu einer Einigung, wie aus dem EBK-Communique hervorgeht.

    EBK-Direktor Daniel Zuberbühler zeigte sich laut der Mitteilung sehr zufrieden, dass man sich mit den beiden Grossbanken auf ein zukunftsweisendes und im heutigen Umfeld ehrgeiziges Eigenmittelregime habe einigen können. «Wir ziehen damit in der Schweiz rasch die Lehren aus dieser noch immer andauernden Finanzkrise», liess er sich vernehmen.

     

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