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  • 8. Oktober 2008, Neue Zürcher Zeitung

    Köpferollen bei der Hypo Real Estate

    Köpferollen bei der Hypo Real Estate

    Ruf nach stärkerer Manager-Haftung

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    pra. Berlin, 7. Oktober

    Das vom deutschen Finanzminister Peer Steinbrück am Montag ausgesprochene Machtwort hat rasch Wirkung gezeigt. Steinbrück hatte die Ablösung des Managements der Immobilienbank Hypo Real Estate Group gefordert, die am Wochenende zum zweiten Mal vom Staat und von der privaten Finanzwirtschaft vor der Insolvenz gerettet werden musste. Daraufhin gab die Bank am Dienstag die Trennung von ihrem Konzernchef Georg Funke mit sofortiger Wirkung bekannt. Der 53-jährige Funke hatte den Grossteil seiner Karriere bei der Bank gemacht und war bis zuletzt mit seiner Neigung aufgefallen, die Geschäftslage mitunter allzu rosig darzustellen. Er wird durch Axel Wieandt ersetzt, der bisher die Strategieabteilung der Deutschen Bank leitete.

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    Wie Steinbrück im Bundestag erklärte, werde in den nächsten Tagen fast der gesamte Vorstand durch Manager vor allem aus den Reihen der Deutschen Bank und der Commerzbank ersetzt werden; die beiden Banken waren federführend an der Rettung der Hypo Real Estate beteiligt. Zudem betonte Steinbrück, er rechne auch mit der Ablösung des Aufsichtsratsvorsitzenden Kurt Viermetz. Das konsequente Durchgreifen beim Management erscheint sinnvoll, da die Bank im Streben nach hohen Zinsmargen eine riskante Finanzierungsstrategie gefahren war, ohne den erhöhten Risiken im Kontext der Finanzkrise gerecht zu werden oder diese zumindest nach aussen ausreichend transparent zu machen. Gleichzeitig steigt der Druck unter deutschen Politikern, die Haftungsregeln für Manager zu verschärfen. Verschiedene Unionspolitiker sprachen sich für eine Haftung von bis zu zwei Jahresgehältern aus, sofern ein Manager ein Unternehmen in Schieflage bringt. Ausserdem müssten die Anreizstrukturen bei den Gehältern verbessert werden. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte im Bundestag, eine stärkere Haftung von Managern für Misswirtschaft sei absolut notwendig. Über die Umsetzung wollen sich die Koalitionsparteien noch im Oktober beraten; die SPD begrüsste die Vorstösse.


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