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  • 4. Dezember 2008, 20:45, NZZ Online

    Credit Suisse streicht 5300 Stellen

    Credit Suisse streicht 5300 Stellen

    Verlust von 3 Milliarden Franken im vierten Quartal

    Die Credit Suisse streicht in der Schweiz rund 650 Stellen Die Credit Suisse streicht in der Schweiz rund 650 Stellen. (Bild: Reuters)
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    Die Grossbank Credit Suisse streicht als Folge der Finanzkrise weltweit 5300 Stellen. Der Abbau entspricht elf Prozent des Personalbestands und soll vor allem im Investment Banking vollzogen werden. Im vierten Quartal rechnet die CS mit einem Nettoverlust von rund drei Milliarden Franken.

    Z.B. (ap) Aufgrund vorläufiger Informationen per Ende November wird der Reinverlust, den die Grossbank Credit Suisse für das vierte Quartal 2008 ausweisen wird, rund 3 Milliarden Franken betragen. Der Hauptursache dafür sind die widrigen Bedingungen im Handelsbereich des Investmentbanking, dem Geschäft mit Kapitalmarkttransaktionen. Dieses verbuchte einen massiven Vorsteuerverlust, der zudem auf die Kosten im Zusammenhang mit dem Risikoabbau zurückgeführt wird. Dies teilte der zweitgrösste Schweizer Bankenkonzern am Donnerstag mit.

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    An der Investment Bank halte der Konzern fest. Das integrierte Geschäftsmodell sei weiterhin von zentraler strategischer Bedeutung, sagte CS-Chef Brady Dougan in einer Telefonkonferenz. Unterstützung des Staates brauche die Credit Suisse nicht. Der Konzern habe im November profitabel gearbeitet, sagte Dougan. Das Investment Banking habe noch einen kleinen Vorsteuerverlust erlitten.

    Investment Bank bleibt

    Das Investment Banking solle aber die Risiken markant abbauen und sich stärker auf das Kundengeschäft konzentrieren. Kapazitäten sollen insbesondere im Bereich komplexer Kredite und strukturierter Produkte abgebaut werden.

    11 Prozent aller Stellen weg

    Im Zusammenhang mit Kosteneinsparungen wird 11% des gesamten Personalbestandes abgebaut. Der Abbau von rund 5300 Stellen werde vornehmlich das Investmentbanking betreffen. Dieser drastische Abbau soll, im Zusammenhang mit weiteren Massnahmen zur Verbesserung der Effizienz, zu Kosteneinsparungen von rund zwei Milliarden Franken führen. Zudem werden rund 1400 Temporärstellen abgebaut.

    Die Kundengelder und die Finanzierung seien sehr stabil, versichert das Institut. Die sogenannte Tier-1-Ration, die Kernkapitalquote, soll Ende 2009 bei rund 13 Prozent liegen.

    Bundeshilfe für CS «im Moment kein Thema»

    Bundeshilfe für CS «im Moment kein Thema»

    (ap) Die Credit Suisse (CS) braucht trotz des Rückschlags im laufenden Quartal nach wie vor keine Bundeshilfe. «Das ist im Moment kein Thema», sagte Alain Bichsel, Sprecher der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK), am Donnerstag auf Anfrage. Die von der Grossbank bekannt gegebenen Massnahmen kommentiere die Bankenkommission nicht, fügte der Sprecher hinzu.

    Im Private Banking, dem Vermögensverwaltungsgeschäft mit Privatkunden, sei der Geschäftsverlauf gut und der Neugeldzufluss ansprechend. Die Grossbank will weiter in «angemessen» in den Ausbau des Private Banking und des Schweizer Geschäfts investieren. Im 2008 seien bis jetzt 370 zusätzliche Kundenberater angestellt worden und damit das Jahresziel von 330 bereits übertroffen worden.

    Festhalten an der One-Bank

    Im Investmentbanking will die Bank im Bereich komplexer Kredite und strukturierter Produkte Kapazitäten abbauen. Das werde einen entsprechenden Rückgang des dafür eingesetzten Risikokapitals haben. Ein Rückzug ist auch aus Teilen des eingesetzten Risikokapitals geplant. Dafür werde in anderen Geschäftsbereichen weiter investiert.

    Die Gerüchte um einen möglichen Verkauf des Vermögensverwaltungsgeschäfts mit Institutionellen, dem Asset Management, scheinen sich, wenigstens vorläufig, nicht zu bewahrheiten. Die Credit Suisse erklärt, am integrierten Modell der Bank, der sogenannten One-Bank, festzuhalten und plant, erneut, Massnahmen zur klareren Ausrichtung des Asset Management. Verschiedene Möglichkeiten, wie auch ein Verkauf des Fondsgeschäfts, dürften wohl weiterhin geprüft werden.

    Ausserdem gab die CS bekannt, dass Verwaltungsratspräsident Walter Kielholz, Konzernchef Brady Dougan und der Chef des Investment Bankings wegen des schlechten Jahresergebnisses keine Boni für 2008 kassieren werden.

    CS-Aktie auf Berg-und-Talfahrt

    Die Aktie der Credit Suisse (CS) hat nach der Ankündigung eines weiteren Milliardenverlusts und eines massiven Stellenabbaus zum Handelsbeginn an der Schweizer Börse einen weiteren Taucher vollführt. Der Titel sackte vorübergehend auf 26 Franken ab. Das waren 6,1 Prozent weniger als am Vorabend. Rasch setzten aber Käufe ein. Nach 20 Minuten lag der Titel praktisch auf dem Stand des Vortags und stieg bis 10 Uhr um über 6%.

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