Dienstag, 02. Dezember 2008, 22:41:52 Uhr, NZZ Online
wec. Der Juli war im ganzen Land bei einer insgesamt leicht übernormalen Besonnung etwas zu warm und verbreitet deutlich zu nass.. Von hochsommerlicher Wärme zu Beginn des Monats und im letzten Monatsdrittel abgesehen, war es besonders vom 12. bis 23. Juli deutlich zu kalt. In diesem Abschnitt lagen die Temperaturen im Durchschnitt 1,5 bis 2,5 Grad Celsius unter der jahreszeitlichen Norm und die Schneefallgrenze sank kurzfristig bis auf 1800 Meter über Meer. Neben dem Temperaturdefizit resultierte für die ersten zwei Monatsdrittel auch ein ausgeprägtes Sonnenscheindefizit und durch die häufigen Gewitterregen auch ein grosser Niederschlagsüberschuss. Im letzten Monatsdrittel erfolgte unter flachem Hochdruckeinfluss ein Übergang zu recht sonnigem Wetter mit hochsommerlichen Temperaturen von bis zu 30 Grad Celsius. Während im Mittelland die Sonnenscheinbilanz im Mittelland auf die positive Seite kippte, blieb das Defizit in Teilen des Alpengebietes bestehen.
Der landesweit leichte bis mässige Wärmeüberschuss entstand erst im letzten Monatsdrittel und betrug in fast allen Landesteilen insgesamt 0,5 bis 1,0 Grad Celsius, am Juranordfuss, in Teilen der Nord- und Nordostschweiz und in einigen Alpentälern bis zu 1,5 Grad Celsius. In Lagen oberhalb von etwa 1500 Metern über Meer lagen die Monatsmitteltemperaturen um die Norm oder wenige Zehntelgrade über den Normwerten von 1961 bis 1990. Ein leichtes Temperaturdefizit verzeichneten einzig das Puschlav und das Mattertal.
Die häufigen und meist als ergiebige Gewitterregen gefallenen Niederschläge brachten mit wenigen Ausnahmen deutliche Niederschlagsüberschüsse. In vielen Gebieten war der Normwert für den ganzen Juli schon Mitte Monat erreicht oder überschritten. Mehr als die doppelte Monatssumme fiel im Saasertal, im Oberengadin und in der Magadinonebene. Am meisten Niederschlag erhielt der Raum Lugano, wo mit einer Summe von 359 Litern pro Quadratmeter 270 Prozent der Norm verzeichnet wurde. Die Hälfte dieser Menge fiel als extremer Gewitterregen am 6. und 13. Juli. Mengen von 150 bis 200 Prozent verzeichneten der Neuenburger Jura, Graubünden mit Ausnahme des Vorderrheintals, der Kanton Genf und das übrige Mittel- und Südtessin. Im übrigen Jura, im Wallis und in den meisten Gebieten des Mittellandes wurden 100 bis 150 Prozent der Norm gemessen. Ein leichtes Niederschlagsdefizit verzeichneten einzig der Baselbieter Jura und ein Gebietsstreifen vom Kanton Schaffhausen bis in den westlichen Thurgau.
Das überwiegend sonnige Wetter im letzten Monatsdrittel brachte dem Mittelland, dem westlichen Jura und dem Wallis eine Besonnung von bis zu 110 Prozent. Im Kanton Genf und in grossen Teilen des zentralen und östlichen Mittellandes erreichte die Sonnenscheindauer 110 bis 120 Prozent der mehrjährigen Norm. Ein leichtes Sonnendefizit von bis zu 10 Prozent verzeichneten hingegen das Alpengebiet östlich vom Grimselpass, Teile der zentralen und östlichen Voralpen, das Puschlav so wie der Juranordfuss und der Jura östlich von La Chaux-de-Fonds.
Vor einer aus Westen heranziehenden Kaltfront strömte anfangs Monat mit einer Südwestströmung schwül-warme Luft in den Alpenraum. Nach tagsüber sonnigem Wetter mit Temperaturen von bis zu 32 Grad Celsius entluden sich in der zweiten Tageshälfte abends im Jura, den Alpen entlang und im Locarnese teils heftige Gewitter. Hinter der Front, die im Laufe des 3. mit Schauern und Gewittern über die ganze Schweiz hinweg zog, brachte eine flache Hochdruckzone bei besonders im Norden deutlich tieferen Temperaturen der ganzen Schweiz recht sonniges Wetter. Eine nachfolgende, zum Tief über Skandinavien gehörende Störungszone löste verbreitete, und auf der Alpensüdseite mit ergiebigem Niederschlag verbundene Gewitter aus. Vom 8. an lag die Schweiz für 3 Tage im Einflussbereich einer im Norden verlaufenden Westströmung. Nach zu Beginn noch letzten Schauern den Alpen entlang stiegen die Temperaturen unter zunehmend sonnigem Wetter am 10. wieder überall auf 26 bis 30 Grad Celsius.
Eine aus Nordwesten kommende Kaltfront löste vom 11. an wieder verbreitet Gewitter aus. Im Norden fielen am 13. mässige, im Tessin sehr ergiebige Gewitterregen. Im Tagesverlauf wurden dort gebietsweise 90 bis 130 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. In der auf Norden drehenden Strömung gingen die Temperaturen auf deutlich unternormale Werte zurück. Vom 12. an blieben sie im Mittelland tagsüber unter 20 Grad Celsius. Im Stau des Alpennordhangs fielen recht ergiebige Niederschläge und die Schneefallgrenze sank am 14. teils unter 2000 Meter über Meer. In Juf im Averstal wurden 23 Zentimeter Neuschnee, bei der Claridenhütte 30 bis 50 Zentimeter Neuschnee gemessen. Mitte Monat brachte der Vorstoss des Azorenhochs einen kurzen und sehr sonnigen Abschnitt mit wieder rasch auf 25 bis 28 Grad Celsius steigenden Temperaturen. Hinter einer nachfolgenden Kaltfront mit ergiebigen Niederschlägen in der Deutschschweiz und einer allgemeinen Abkühlung herrschte im Bereich eines Zwischenhochs sonniges Wetter und Temperaturen von bis 25 Grad Celsius.
Das letzte Monatsdrittel begann mit einem letzten, zur Alpennordseite gerichteten Kaltluftschub. Nach starken und von Hagelschlag begleiteten Gewittern war es im Norden mit mässigem Westwind und zu Beginn noch vereinzelten Schauern recht kühl. Auf der Alpensüdseite brachte der Nordföhn mit Böenspitzen von bis zu 75 Kilometern pro Stunde sehr sonniges Wetter und am 22. bis zu 27 Grad Celsius.
Vom 23. an bestimmte das Hoch über Skandinavien den Wetterablauf im Alpenraum. Nach anfangs ziemlich kühlen Nächten mit Temperaturen von nur 8 bis 13 Grad Celsius im Mittelland und einer kräftigen Bise in der Westschweiz stiegen die Temperaturen allmählich auf sommerliche Werte von 25 Grad Celsius an. Mit der Zufuhr feucht-warmer Luft aus Südwesten im Bereich einer flachen Druckverteilung über Mitteleuropa herrschte bis zum Monatsende typisches Tagesgangwetter. Nach recht sonnigem und heissem Wetter tagsüber, entluden sich jeweils in der zweiten Tageshälfte besonders vom 28. bis 30. verbreitete, strichweise auch von Hagel und kräftigem Platzregen begleitete Gewitter. Ein flacher Hochdruckeinfluss brachte am letzten Julitag dann der ganzen Schweiz sehr viel Sonne und Temperaturen von bis zu 33 Grad Celsius.
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