Donnerstag, 08. Januar 2009, 08:23:31 Uhr, NZZ Online
wec. Der November war mehrheitlich etwas zu warm, in den Bergen gebietsweise etwas zu kalt. Hohen Niederschlagsüberschüssen im Süden und in Graubünden stehen grosse Defizite auf der Alpennordseite und in den Alpen gegenüber. Während das gesamte Mittelland eine leicht übernormale Besonnung verzeichnete, war es besonders südlich der Alpen gebietsweise extrem sonnenarm.
Der Mitte Monat resultierende Wärmeüberschuss von 2 bis 3 Grad Celsius wurde durch die mehrheitlich winterliche Witterung im letzten Monatsdrittel stark abgebaut. Die meisten Landesteile und Höhenlagen verzeichneten insgesamt einen Wärmeüberschuss von bis zu 1 Grad Celsius, das Churer Rheintal, die Magadinoebene und das Mendrisiotto von bis zu 1,7 Grad Celsius. Ein leichtes Temperaturdefizit von einigen Zehntelgraden entstand im Berner Oberland, im Gotthardgebiet, im südlichen Wallis sowie auf den Jurahöhen und auf einigen hoch gelegenen Gipfelstationen.
Die ausgiebigen Stauregen zu Beginn und am Ende des Monats brachten den meisten Gebieten der Alpensüdseite mehr als die doppelten mehrjährigen Normalsummen. Im Puschlav, im Oberengadin, im Südtessin und im oberen Saaser- und Mattertal fielen zwischen 200 und 255 Prozent der Norm, im übrigen Tessin, im Oberwallis und im Raum Davos 150 bis 200 Prozent, in Graubünden, am Alpenkamm und im Unterwallis 100 bis 150 Prozent der Norm. Auf der Alpennordseite erhielten die Voralpengebiete zwischen 50 und 100 Prozent, das gesamte Mittelland und der Jura gebietsweise deutlich weniger als die Hälfte der normalen Novembersummen.
Die Sonnenscheindauer erreichte im Mittelland und in den östlichen Voralpen dank der wechselhaften Witterung und wenig Nebellagen Werte von 100 bis 140 Prozent, am Genfersee bis zu 160 Prozent der normalen Besonnung. Die Voralpen westlich des Vierwaldstättersees, das Wallis und Graubünden verzeichneten zwischen 70 und 100 Prozent, das Tessin, das Goms und das San-Bernardino-Gebiet sogar nur 45 bis 70 Prozent der normalen Anzahl sonniger Stunden.
Anfang November steuerte ein Tief über Südwesteuropa milde Luft aus Süden zu den Alpen. Über dem Mittelland lag verbreitet Nebel mit einer Obergrenze um 800 Meter. Darüber und in den übrigen Gebieten war es ziemlich sonnig. In den Föhngebieten stiegen die Temperaturen auf 17 bis 20 Grad Celsius. Im Süden fiel zu Beginn noch etwas Regen, dann erfolgte ein Übergang zu recht sonnigem Wetter mit Temperaturen von bis zu 14 Grad Celsius. Mit der weiteren Annäherung des Tiefs verstärkte sich die Föhnlage im Alpenraum. Nördlich der Alpen herrschte ziemlich sonniges Wetter mit Temperaturen von bis zu 15 Grad Celsius.
In den Alpentälern erreichte der Föhnsturm bis zu 100 Kilometer in der Stunde, und die Temperaturen stiegen bis auf 21 Grad Celsius. Südlich der Alpen setzten ergiebige Stauniederschläge ein, die sich mit kurzen Unterbrüchen zeitweise auch auf das Wallis, auf das Engadin und auf die Innerschweiz ausdehnten. Die Schneefallgrenze lag auf 1600 bis 2500 Meter über Meer. Nach der Auffüllung des Tiefs lag die Schweiz bis zum 10. bei flacher Druckverteilung am Rande einer milden Südwestströmung. Zuerst lag über dem Mittelland Nebel oder Hochnebel, sonst war es überall ziemlich sonnig. Im Tessin und ganz im Westen fielen vereinzelt auch schwache Niederschläge.
Die Temperaturen erreichten Werte von 18 bis 21 Grad Celsius. Vom 11. an zog die Kaltfront eines Tiefs über Schottland langsam über die Schweiz. Die mit auffrischenden Winden aus Westen einsetzenden Niederschläge verlagerten ihr Schwergewicht am 12. allmählich an die Alpen und auf die Alpensüdseite. Die Schneefallgrenze lag im Norden auf etwa 1100 Meter und im Süden auf etwa 1500 Meter. Mit dem Vorstoss des Azorenhochs nach Mitteleuropa liessen die Niederschläge langsam nach. Über dem Mittelland bildete sich eine Hochnebeldecke mit einer von 1500 auf 1000 Meter sinkenden Obergrenze, die zeitweise bis in die grossen Alpentäler reichte. Im Mittelland herrschte zu Beginn eine mässige und am Genfersee starke Bise. Die mit einer zwischen dem Biskayahoch und dem Skandinavientief zunehmenden Nordwestströmung einfliessende feuchte Luft verursachte am 17. im Norden und am 18. auch im Süden etwas Niederschlag. Bis zum 20. blieb das Wetter dann stark bewölkt und weitgehend trocken mit Temperaturen beidseits der Alpen von tagsüber 9 bis 12 Grad.
Eingeleitet von einem Weststurm mit Böenspitzen von bis zu 100 Kilometern in der Stunde im Mittelland und von bis zu 150 Kilometern in der Stunde über den Bergen, erreichte am 21. nachmittags die Kaltfront des Skandinavientiefs, begleitet von einzelnen Gewittern, die Schweiz. In der aus Norden einfliessenden kalten Polarluft gingen die mässigen Niederschläge am Abend bis in die Niederungen in Schnee über. Am Folgetag fielen am Alpennordhang mit Nordstau weitere Schneefälle, im Mittelland gab es zeitweise Schneeschauer. Nach kurzem Zwischenhocheinfluss brachte eine über Frankreich südwärts ziehende Okklusion in der Nacht zum 24. auf der Alpennordseite verbreitet Niederschläge, die anfangs bis in die Niederungen als Schnee fielen und unter zunehmendem Hochdruckreinfluss allmählich nachliessen.
Bis zum 27. lag über dem Mittelland teilweise zäher Hochnebel. Nach dessen Auflösung herrschte überall recht sonniges Wetter. In den klaren Nächten sanken die Temperaturen auch im Mittelland auf mehrere Grade Celsius unter den Gefrierpunkt. Am 28. verzeichneten einige Mittellandstationen den ersten Eistag. Ein Tief, das sich von der Nordsee bis ins westliche Mittelmeer ausweitete, verursachte Ende Monat nochmals eine markante Föhnlage. Nördlich der Alpen war es recht sonnig. Die Temperaturen erreichten am letzten Tag des klimatologischen Herbsts Temperaturen von bis zu 12 Grad Celsius, und in den Föhngebieten wurden Böenspitzen von bis zu 175 Kilometern in der Stunde verzeichnet. Im Süden und im Oberengadin fielen mit Südstau ergiebige Niederschläge, auch im Tessin meist als Schnee bis in tiefe Lagen.
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