Donnerstag, 08. Januar 2009, 08:52:33 Uhr, NZZ Online
ra. Für viele Beobachter der Börse sind Titelgeschichten von Zeitungen und Magazinen schon immer ein guter Indikator gewesen, um eine Überhitzung in Teilen der Finanzmärkte auszumachen. Als etwa das deutsche Boulevardblatt «Bild-Zeitung» im März 2000 zum Höhepunkt der New-Economy-Euphorie rhetorisch fragte «Werden wir jetzt alle reich?», war es alsbald mit der Herrlichkeit am Aktienmarkt vorbei. Seit Monaten ist nun der steil steigende Erdölpreis eines der Top-Themen an den Finanzmärkten, doch langsam mehren sich die Zeichen, dass ein Gipfel der Entwicklung nahe ist. Schaut man auf die Cover-Storys von angelsächsischen Magazinen, so war in den vergangenen Wochen eine ausgesprochene Häufung von Aufmachern zum Erdölpreis zu entdecken. So widmeten etwa «Economist» («Recoil»), «Business Week» («Oil & The Economy»), «Newsweek» («The $ 200 Oil Bomb») und das Anlegermagazin «Barron's» («Oil Bubble – when it will pop and why») in den vergangenen Wochen dem schwarzen Gold die Seite 1. Mit Titelgeschichten greifen Journalisten nicht nur ohnehin bereits populäre Themen auf, da sie ja die Publikation möglichst gut verkaufen wollen, sondern sensibilisieren zugleich auch eine breite Masse von Menschen für das Thema. Sie läuten auf diese Weise eine Art Alarmglocke nahe bedeutender Hoch- und Tiefpunkte. Für Anleger ist damit zwar noch nichts über das exakte Timing im Hinblick auf eine einsetzende Korrektur oder gar Trendwende gesagt, doch sollten sie etwaige Positionen mit einem engeren «stop-loss» absichern.
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