Samstag, 06. September 2008, 04:09:38 Uhr, NZZ Online
Doris Rickenbacher (Gstaad)
Die zwei Mitglieder von Swiss Tennis erhielten ebenso eine Wild Card wie der GC-Interclub-Titular Michael Lammer. Im olympischen Jahr verspürt das älteste Turnier des Landes die Konkurrenz durch Bastad (Schweden) und vor allen durch Stuttgart-Weissenhof. Die Süddeutschen zahlen nicht nur mehr Preisgeld (568 000 Euro) als Gstaad (389 000), sie verfügen mit Richard Gasquet auch über ein attraktiveres Aushängeschild. Im Berner Oberland lag der Cut-off für die direkte Qualifikation ins Hauptfeld bei ATP-Rang 128, in Stuttgart bei Position 119.
Die organisierende Agentur Grand Chelem und Swiss Tennis sind bemüht, den Nimbus von Gstaad als Fixpunkt für Tennis-Habitués zu erneuern, wobei während der Qualifikation (16er-Draw) Regen auf die Stimmung drückte. Neu begann das Turnier mit einer Gala des Verbandes. Rund 300 Gäste in feiner Abendrobe und guter Stimmung sowie ein Menu mit exquisiten Amuse-Bouches polierten die gesellschaftliche Etikette.
Die erste Swiss Tennis Gala Night, finanziert durch den Verkauf von Bankettkarten à 390 Schweizer Franken, wurde zur gelungenen Premiere bis weit nach Mitternacht. Verbandspräsident René Stammbach hatte den Event höchstpersönlich ins Leben gerufen, «um die langjährige Tradition der internationalen Galas mit Beteiligung von ehemaligen und gegenwärtigen Spitzenspielern, Funktionären und Tennisfreunden auch in der Schweiz wiederzubeleben».
Zahlreiche ehemalige und gegenwärtige Berufsspieler hatten den Weg zum Fest im weissen VIP-Zelt des Allianz Suisse Open gefunden. Der ehemalige Davis-Cup-Haudegen Tim Sturdza hatte gleich 30 Gäste zur Gala Night geladen, als Nachtrag zu seinem 70. Geburtstag. Seine Kollegen aus dem exklusiven internationalen Tennisklub, Martin Frösch und Heinz Grimm, waren unter der Gästeschar zu sichten wie die Nationalteam-Mitglieder Stefanie Vögele, Stéphane Bohli, Michael Lammer, Marco Chiudinelli und Yves Allegro, der die Nichtnomination für die Olympischen Spiele in Peking noch immer nicht ganz verdaut hat.
Sein guter Freund Roger Federer, der an diesem negativen Entscheid massgeblich beteiligt war, indem er sich für Wawrinka als Doppelpartner entschied, fehlte aus bekannten Gründen. Die Absenz von Wawrinka blieb indes ebenso ungeklärt wie diejenige von Patty Schnyder.
Demnächst werden an einer Medienkonferenz die Namen von neuen Verbandssponsoren bekanntgegeben. Eine Firma aus der Sicherheitsbranche steigt im Nationalteam für drei Jahre mit rund 400 000 Franken ein. Gute Nachrichten gab es auch von der Davis-Cup-Front: Laut Erik Keller sind fürs Aufstiegsspiel der Schweiz gegen Belgien im September nur noch wenige hundert Tickets im Vorverkauf. Die Malley-Eishalle in Lausanne dürfte bald ausverkauft sein, während in Gstaad selber der Veranstalter die Kapazität am Centre-Court leicht auf 5000 Plätze reduziert hat.
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