Samstag, 06. September 2008, 04:02:49 Uhr, NZZ Online
Genfer behält am Swiss Open in Gstaad gegen Roshardt die Oberhand
(si) 4:2 führte Roshardt im entscheidenden Satz und hatte bei 4:3 drei Bälle zur 5:3-Führung. Doch Bohli machte in diesem Game einen 0:40-Rückstand wett und schaffte mit dem Break den Ausgleich zum 4:4 und letztlich vier Spiele in Folge zum Sieg.
Am Ende war Bohli nicht der bessere Spieler auf dem Court gewesen, aber derjenige der in der entscheidenden Phase eine Spur besser servierte. Als es eng wurde, in seinen beiden letzten Service-Games, gestand er Roshardt keinen Punkt mehr zu. Zuvor allerdings unterliefen Bohli in der zweiten Hälfte des zweiten Sets und bis weit in den finalen Satz hinein enorm viele Fehler.
Es war die Phase des Spiels, in der Roshardt bewies, dass er durchaus das Talent hat, um mit einem Spieler aus den Top 150 mitzuhalten. Der 20-jährige Zürcher offenbarte dem Publikum in Gstaad, dass er sich trotz mehrerer verletzungsbedingter Rückschläge in den letzten zwei Jahren weiterentwickelt hat. 2006 war er im Berner Oberland ebenfalls mit einer Wild Card angetreten, holte gegen Ruben Ramirez-Hidalgo aber lediglich fünf Games. Diesmal begegnete er einem Widersacher, der in diesem Jahr schon ein ATP-Challenger-Turnier und für die Schweiz drei Einzel im Davis-Cup gewann, über weite Strecken auf Augenhöhe.
Als erster Gesetzter ist in Gstaad Vorjahresfinalist Andreas Seppi (ATP 27) ausgeschieden. Der Südtiroler scheiterte überraschend am deutschen Qualifikanten Dominik Meffert (ATP 162) mit 2:6, 7:5, 4:6. Dieser schlug erstmals in seiner Karriere einen Spieler aus den Top 50. Der Fussball-Fan studiert und wohnt in Köln unterstützt aber den grossen rheinischen Rivalen Borussia Mönchengladbach. Auf seiner Homepage posiert er im Mönchengladbacher Dress mit dem deutschen Nationalstürmer Oliver Neuville. Selbst ist Meffert indes kein Fohlen mehr. Der 1,98-m-Hüne ist bereits 27 Jahre alt.
ATP-Turnier (389'000 Euro/Sand). Einzel. 1. Runde: Stéphane Bohli (Sz/Wild Card) s. Robin Roshardt (Sz)6:2, 4:6, 6:4. Dominik Meffert (De/Qualifikant) s. Andreas Seppi (It/5) 6:2, 5:7, 6:4. Nicolas Kiefer (De/6) s. Gianluca Naso (It/Q) 6:3, 6:2. Victor Hanescu (Rum) s. Olivier Patience (Fr) 7:6 (7:4), 6:2. Flavio Cipolla (It) s. Jiri Vanek (Tsch) 5:7, 6:4, 6:4. Jeremy Chardy (Fr) s. Luis Horna (Peru) 7:6 (7:5), 6:7 (6:8), 7:5.
Doppel. Achtelfinals: Petr Pala/Michail Juschni (Tsch/Russ) s. Tomas Cibulec/Ivo Minar (Tsch) 6:7 (3:7), 6:2, 10:6. Marin Cilic/Nicolas Kiefer (Kro/De) s. Guillermo Garcia-Lopez/Daniel Gimeno-Traver (Sp) 5:7, 6:0, 10:8. Frantisek Cermak/Pavel Vizner (Tsch) s. Victor Hanescu/Florin Mergea (Rum) 6:3, 7:5.
Center Court. Ab 11 Uhr: Michael Lammer/Alexander Sadecky (Sz) - Jaroslav Levinsky/Filip Polasek (Tsch/Slk). - Nicht vor 12 Uhr: Marin Cilic (Kro) - Paul-Henri Mathieu (Fr), Marcos Daniel/Bruno Soares (Br) - Yves Allegro/Horia Tecau (Sz/Rum), Kristof Vliegen (Be) - Guillermo Cañas (Arg). - Nicht vor 17.30 Uhr: Stanislas Wawrinka (Sz) - Stéphane Bohli (Sz).
Court 1. Ab 12 Uhr: Igor Andrejew (Russ) - Florent Serra (Fr), Andreas Seppi (It)/Simone Vagnozzi (It) - Martin Garcia/Luis Horna (Arg/Peru), Frantisek Cermak/Pavel Vizner (Tsch) - Petr Pala/Michail Juschni (Tsch/Russ).
Bohli:
Von seinem Sieg überrascht
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