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  • 11. Mai 2008, NZZ am Sonntag

    Marceau ersprintet sich EM-Bronze

    Marceau ersprintet sich EM-Bronze

    An den Triathlon-EM in Lissabon verpasst Nicola Spirig eine Medaille nur knapp

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    Der 35-jährige Olivier Marceau hat mit dem Gewinn der Bronzemedaille an den Triathlon-EM in Lissabon den Schweizer Glanzpunkt gesetzt. Er entschied den Sprint im Kampf um Bronze gegen den Deutschen Andreas Raelert, den Olympia-Sechsten von 2004, mit zwei Zehntelsekunden Vorsprung zu seinen Gunsten. Nicola Spirig zog um die gleiche Differenz gegen die letztjährige U-23-Europameisterin Lisa Norden den Kürzeren.

    Den dritten EM-Titel nach 2005 und 2006 errang der Franzose Frédéric Belaubre. Sven Riederer belegte Platz 9, Reto Hug wurde Dreizehnter. Marceau hatte mit einer starken Radleistung und viel Führungsarbeit über 40 km das Feld bereits früh gesprengt. Zusammen mit sechs weiteren Ausreissern fuhr der zweifache Schweizer Meister bis zum zweiten Wechsel einen Vorsprung von über zwei Minuten heraus.

    Auf der Laufstrecke setzte sich Marceau im Finish in einer Dreiergruppe im Kampf um die letzte Medaille durch. «Am Ende war es eine taktische Angelegenheit – und ich behielt die Nerven», sagte Marceau, der seit der Erfüllung der Olympia-Norm am Weltcup in New Plymouth Anfang April auf weitere Wettkämpfe verzichtet hatte. Auf die EM bereitete er sich ab dem 20. April in einem Höhentrainingslager in der spanischen Sierra Nevada vor. Beim Weltmeistertitel im Jahr 2000 und dem 7. Olympia-Rang in Sydney war Marceau noch für Frankreich gestartet. Unstimmigkeiten mit der französischen Verbandsführung bewogen den im südfranzösischen Vallauris beheimateten Doppelbürger zu einem Nationenwechsel (die Mutter ist Schweizerin). Für die Schweiz hatte Marceau an den WM 2003 Bronze gewonnen. Zudem holte er 2004 im Olympia-Rennen von Athen mit Rang 8 ein Olympia-Diplom.

    Mit dem Gewinn von EM-Bronze sammelte Marceau wertvolle Punkte für sich und die Schweiz im Kampf um das Maximalkontingent von drei Olympia-Startplätzen pro Nation und Geschlecht für Peking. «Auf ein Top-Resultat von Marceau war auch unsere ganze Teamtaktik ausgerichtet», sagte Nationaltrainer Ivan Schuwey. Ausstehend in der Olympia-Qualifikation sind jetzt noch Madrid (Weltcup) in zwei sowie die am höchsten in die Wertung kommende WM in Vancouver in vier Wochen.

    Die Zürcher Unterländerin Nicola Spirig verpasste mit Rang 4 eine zweite EM-Bronzemedaille nach 2007 nur knapp. Die Portugiesin Vanessa Fernandes gewann derweil souverän den fünften EM-Titel in Serie. Spirig hatte wegen einer Schleimbeutelentzündung im linken Knie von Februar bis April das Lauftraining deutlich reduzieren müssen. Vorab intensive Intervall-Einheiten auf der Bahn sowie Sprints seien in jenen Monaten nicht möglich gewesen. «Unter diesen Umständen bin ich mit Rang 4 sehr zufrieden», sagte die 26-Jährige.

    Spirig wird nun auf Madrid und die WM verzichten. Die lange Anreise mit der Zeitumstellung und vorab die erfahrungsgemäss kühle Witterung könnten ihrer Olympia-Vorbereitung abträglich sein. Stattdessen wird sich Spirig mit Kurzdistanz-Triathlons in der Schweiz und voraussichtlich einem neuerlichen Start über die halbe Ironman-Distanz in Rapperswil (1. Juni) ihren Schliff für Peking holen. Das Schweizer Maximalkontingent für Peking 2008 sollte bei den Frauen auch ohne den Start von Spirig in den verbleibenden zwei Wertungs-Wettkämpfen nicht gefährdet sein. (si)


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