Donnerstag, 04. Dezember 2008, 08:31:18 Uhr, NZZ Online
![]()
(Agenturmeldung)
Der Jamaikaner Usain Bolt gewann nach den 100 m am Vorabend seines 22. Geburtstags auch die olympischen 200 m in Peking mit Weltrekord! Bolt verbesserte die legendäre Marke von Michael Johnson aus dem Jahr 1996 in Atlanta um zwei Hundertstel auf 19,30. Bolt realisierte damit das erste Sprintdouble seit 24 Jahren. 1984 in Los Angeles hatte der legendäre Carl Lewis (USA) den letzten Doppelsieg 100/200 m an Olympischen Spielen geschafft. Zweiter wurde Churandy Martina von den...
Der Jamaikaner Usain Bolt gewann nach den 100 m am Vorabend seines 22. Geburtstags auch die olympischen 200 m in Peking mit Weltrekord! Bolt verbesserte die legendäre Marke von Michael Johnson aus dem Jahr 1996 in Atlanta um zwei Hundertstel auf 19,30.
Bolt realisierte damit das erste Sprintdouble seit 24 Jahren. 1984 in Los Angeles hatte der legendäre Carl Lewis (USA) den letzten Doppelsieg 100/200 m an Olympischen Spielen geschafft.
Zweiter wurde Churandy Martina von den Holländischen Antillen mit mehr als einer halben Sekunde Rückstand in 19,82. Der ursprünglich drittplatzierte Wallace Spearmon (USA/19,95) wurde nachträglich disqualifiziert. Dadurch rückte sein Landsmann Shawn Crawford,der Olympiasieger 2004 in Athen (damals mit 19,79), der in 19,96 eine Hundertstel langsamer gelaufen war, auf den Bronze-Rang vor.
Bolt ist erst der sechste Sprinter in der Geschichte, der beide Weltrekorde 100/200 m hält. Der letzte war sein Landsmann Don Quarrie 1976 bis 1979.
Nach acht Jahren, als der Grieche Kostas Kenteris überraschend in Sydney siegte, stand erneut ein Nicht-Amerikaner zuoberst auf dem von den USA beherrschten 200-m-Podest. Erst einmal hat ein Jamaikaner die olympischen 200 m gewonnen und die Amerikaner besiegt. Das war ebenfalls Don Quarrie 1976 in Montreal.
Nach Peking war Bolt mit den drei besten 200-m-Zeiten des Jahres gekommen, mit dem persönlichem Bestergebnis von 19,67 (Athen), 19,76 (London) und 19,83 (Ostrava). Die Athener Zeit von 19,67 war das fünftbeste Allzeit-Resultat. Dieses pulverisierte er nun um 0,37 Sekunden.
Vor dem Final hatte er in Peking angekündigt: "Ich werde jetzt mein Herz rennen lassen." Und über seine Tanzeinlagen, die der junge Showman auch nach seinem 200-m-Sieg zum Besten gab, sagt er: "Das bin einfach ich. Ich liebe es zu tanzen und will Freude haben. Man kann nicht allzu ernst sein bei dem, was man tut."