Donnerstag, 04. Dezember 2008, 08:26:01 Uhr, NZZ Online
Schweizer Fussball-Internationaler zum katarischen Meister al-Gharafa
bir. Der Wechsel zeichnet sich in Raten ab, wie schon so vieles in der Karriere des Fussballers Hakan Yakin: Der BSC Young Boys, in der letzten Saison hinter dem FC Basel Zweiter der Super League, verliert höchstwahrscheinlich den Captain. Dieser Tage weilt Yakin für letzte Abklärungen in Katar, wie er am Dienstagabend bestätigte.
Der katarische Meister al-Gharafa will den 31-Jährigen unter Vertrag nehmen und offenbar die vertraglich fixierte Ablösesumme von 4 Millionen Franken aufwerfen. Auf der Homepage des Klubs wird der Schweizer Spieler, dem für die nächsten zwei Jahre 4,5 Millionen Franken Lohn garantiert sein sollen, bereits begrüsst. Yakin, der in Katar in Begleitung seines Halbbruders Ertan Irizik ist, sagt indes: «Ich habe noch nichts unterschrieben, bleibe aber die nächsten zwei Tage für Tests in Katar.»
Der YB-Mediensprecher Charles Beuret weist darauf hin, dass weiterhin noch keinerlei Verhandlungen stattgefunden hätten. Die Young Boys kündigten den Abgang schon am 27. Juni an. Zum Training war der Spieler ein paar Tage verspätet erschienen. Jetzt antwortet Beuret auf die Frage, ob und wann Yakin nochmals zurückerwartet werde: «Keine Ahnung.»
Auch wenn der Wahrheitsgehalt der kursierenden Zahlen nicht nachzuprüfen ist, dient der Transfer in finanzieller Hinsicht diversen Seiten. YB erhält einen Teil der Ablösesumme für den immerhin schon 31-jährigen Spieler, der den Willen zur Abwanderung schon mehrmals kundgetan hat. Der YB-Topverdiener Yakin verdoppelt mit einem Schlag seinen bisherigen Lohn (mit Prämien zwischen 800 000 und 900 000 Franken). Oder mehr als das. Und weil der Spieler an der Ablösesumme partizipiert, profitieren auch Berater wie sein Halbbruder Ertan Irizik.
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Neben den Millionen, die aus den Händen der Ölscheichs fliessen sollen, bergen andere Komponenten im Yakin-Transfer weit mehr Unsicherheiten. Der Offensivspieler wurde im Ausland zwar schon früher etwas reicher, aber nirgends glücklich – weder in Paris (nur ein paar PSG-Trainings, verletzt) noch in Stuttgart (keine Gunst bei Trainer Matthias Sammer), noch in Istanbul (zwei Einsätze mit Galatasaray). Dass der Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld fortan auf Yakin zählen kann, wird mit dem erwarteten Schritt nach Katar sehr unwahrscheinlich.
An der Euro 08 brachte sich Yakin im Nationalteam mit drei Toren ins Gespräch, obschon er deren zwei im bedeutungslosen «Freundschaftsspiel» gegen «Portugal B» erzielte. YB verliert schliesslich den Captain, die Galions- und Integrationsfigur sowie denjenigen Spieler, der für YB in insgesamt 83 Meisterschaftsspielen 40 Tore erzielte und nicht einfach zu ersetzen ist.
Bleibt noch die Art und Weise des Wechsels, der sich längst verselbständigt hat. Nur wenige Personen wissen, welches Spiel läuft. Der von verschiedenen Seiten beratene Yakin macht den Transfer in der Art, wie er Transfers schon oft gemacht hat und wie Fussball-Transfers oft laufen: Er macht, was er will.
Alain Nef:
Sprung in die Serie A
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