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  • 18. Mai 2008, NZZ am Sonntag

    Das 16. Duell von Federer und Nadal

    Das 16. Duell von Federer und Nadal

    In Hamburg peilt der Schweizer den fünften Turniersieg in Folge an

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    Jürg Vogel

    Das ewige Duell im Männertennis zwischen Roger Federer und Rafael Nadal wird in Hamburg fortgesetzt. Im Final des German Open stehen sich heute Sonntag (15 Uhr, SF 2) die Stars zum 16. Mal gegenüber. In den Direktbegegnungen führt der Spanier 9:6. Am Rothenbaum bootete er den schärfsten Verfolger, den Serben Novak Djokovic, in drei Sätzen aus. Im andern Halbfinal schlug Federer unter dem wegen Regens erstmals geschlossenen Zeltdach den Italiener Andreas Seppi (ATP 41) in 79 Minuten locker 6:3, 6:1.

    Die Regie des Zufalls verwöhnte in der Hansestadt den seit 224 Wochen die Weltrangliste anführenden Professional: Federer erreichte ohne Satzverlust das Endspiel, er musste auf diesem Weg gegen keinen einzigen Gesetzten antreten, weil sich die Gegner das Leben gegenseitig schwer gemacht hatten. «Ich fühle mich besser in Form als im Vorjahr, ich bin solide auf Paris vorbereitet», sagte Federer, der im Vorjahr im gleichen Stadion erstmals in seiner Karriere den Mallorquiner Nadal auf der Terre battue geschlagen hatte. Heuer standen sich die Protagonisten letztmals in Monaco gegenüber, wo der Schweizer im zweiten Satz eine 4:0-Führung nach doppeltem Break nicht hatte ausnützen können.

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    Hamburg gilt als eines der Lieblings-Turniere des Baslers; am Rothenbaum hatte er 2002 mit dem Finalerfolg über den Russen Marat Safin den Vorstoss unter die Top Ten geschafft. 2004 meisterte er im Final den Argentinier Coria, 2005 den Franzosen Gasquet und im Vorjahr eben Nadal. Dieser hatte sich am Samstag mit Djokovic einen Kampf auf Biegen und Brechen geliefert. Erst den fünften Matchball verwertete der Spanier zum 6:2 im dritten Satz. Er liess sich die Blasen an den Füssen nicht anmerken, die ihn in der Vorwoche in Rom bei der Startniederlage gegen den Landsmann Juan-Carlos Ferrero entscheidend behindert hatten.

    Das Verdikt nach den Hamburger Halbfinals bringt eine wichtige Weichenstellung für das French Open. Nadal verteidigte an der Alster den 2. Platz im Ranking, den er seit 147 Wochen nonstop hält – mit dem Halbfinal-Sieg hätte Djokovic ihn überholt. Damit ist die Rangfolge (Federer, Nadal, Djokovic) auch massgebend für die Setzliste von Paris, was bedeutet, dass Federer in Roland Garros frühestens im Endspiel auf Nadal treffen kann. In welche Draw-Hälfte Djokovic rutschen wird, hängt von der Auslosung ab. Dabei werden die Positionen der Setzungen drei und vier ausgelost.

    Ein fünfter Titel in Hamburg würde für Federer das i-Tüpfelchen bedeuten. In diesem Jahr waren die Bedingungen für den Techniker ideal. Der Court war staubtrocken, er konnte mit seinen geraden Schlägen das volle Tempo entfalten. Dazu kam die Unbill der Gegner: Im Viertelfinal übertrat sich der Spanier Fernando Verdasco den Fuss, im Halbfinal büsste der Südländer Seppi für den Effort von mehr als drei Stunden im Duell gegen den Deutschen Nicolas Kiefer. Der Niedersachse spielte nach einer einjährigen Handgelenkverletzung am Rothenbaum das beste Turnier seit vielen Monaten.

     


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