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  • 18. Mai 2008, NZZ am Sonntag

    Bellinzona legt vor – St. Gallen hält mit

    Bellinzona legt vor – St. Gallen hält mit

    Im Stadio Comunale schlagen die Tessiner die Ostschweizer 3:2

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    Die AC Bellinzona gibt einen 2:0-Vorsprung preis, gewinnt aber dennoch. Im Rückspiel am Dienstag auf dem Espenmoos ist alles offen.

    Andreas Kneubühler, Bellinzona

    So muss ein Spiel anfangen: Nach 30 Sekunden stürmte der St. Galler Callà am Flügel davon und flankte auf Aguirre, dessen Kopfball misslang aber. Die AC Bellinzona liess sich nicht lumpen. Im Gegenzug schoss Taljevic gefährlich auf das Gästetor. Nach vier Minuten konnte der Ostschweizer Goalie Lopar einen scharfen Schuss von Neri nur noch abklatschen, Pouga war zur Stelle, der Challenge-League-Klub lag mit 1:0 vorne. Damit war das Konzept von St. Gallens Trainer Balakow, der die Tessiner nicht ins Spiel kommen lassen wollte, bereits über den Haufen geworfen. Nach dem Führungstreffer demonstrierte Bellinzona spielerische Stärke. Vor dem Strafraum der Ostschweizer war stets ein Tessiner anspielbar, die Kombinationen liefen wie am Schnürchen. Pouga und Neri lauerten auf Zuspiele von Rivera oder Lulic.

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    Nach einer Viertelstunde wurde offensichtlich, dass in diesem Spiel neben Taktik und Formstand ein weiterer Faktor eine Rolle spielen könnte: der Tessiner Dauerregen. Die Spieler rutschten aus, wenn sie einen langen Ball spielen sollten, sie verloren den Stand, wenn sie eine plötzliche Richtungsänderung machten, sie warteten vergeblich auf Pässe, die in Pfützen steckenblieben. Vorerst wurden die Tessiner besser mit den Bedingungen fertig. St. Gallen kam erst gegen Schluss der Halbzeit etwas besser ins Spiel. Die Vorteile lagen aber weiterhin eindeutig in den Füssen der Tessiner. Sie kontrollierten mit ihrer Fünfer-Abwehr die St. Galler Offensive und konnten gelassen auf Konterchancen warten, die sich irgendwann bieten würden.

    Nach der Pause machten die St. Galler dort weiter, wo sie der Pausenpfiff unterbrochen hatte. Sie intensivierten ihre Angriffsbemühungen, zogen ein Forechecking auf und standen deutlich weiter aufgerückt. Bellinzona geriet zeitweise unter Druck, die Angriffe kamen nur noch sporadisch bis in den Ostschweizer Strafraum. In der 62. Minute war es wieder einmal so weit. Ein Eckball wurde abgewehrt, Stürmer Ural versuchte sich in Verteidigungsarbeit, rutschte im dümmsten Moment aus, Taljevic hatte freie Bahn und wurde von Gelabert gestoppt: Penalty. Der Gefoulte verwandelte sicher, Bellinzona war mit dem 2:0 der Vorentscheidung im Barrage-Duell nahe. Doch nun rappelten sich die St. Galler auf.

    Teamsenior Zellweger krempelte die Ärmel hoch, tankte sich durch in Richtung Strafraum, passte zu Ural, der mit einem Heber den Anschlusstreffer erzielte. Fünf Minuten später brannte es erneut im Tessiner Strafraum. Gelabert schoss einmal, zweimal, und schliesslich landete der Ball im Netz. Die St. Galler Stehaufmännchen hatten den Match gedreht, das Spiel war aber noch nicht zu Ende. Bellinzona zeigte sich alles andere als demoralisiert und machte nochmals Kräfte frei. Mit einem herrlichen Weitschuss traf Lukic zum 3:2 und setzte den Endpunkt in einem unterhaltsamen Spektakel. Am Dienstag treffen sich die Teams zum Rückspiel auf dem Espenmoos.

     


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