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  • 9. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung

    Noch viele freie Plätze am 1. August auf dem Rütli

    Noch viele freie Plätze am 1. August auf dem Rütli

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    Die Rütlifeier am 1. August scheint in diesem Jahr aus verschiedenen Gründen kein grosses Thema zu werden. Mehr als die Hälfte der 2000 Eintrittskarten ist noch zu haben.


    mjm. Luzern, 8. Juli

    Die Anzahl der freien Plätze auf der Rütliwiese am 1. August ist gross. Laut Martin Hofer, Sprecher der für das Rütli zuständigen Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG), wird mit 600 bis 900 Personen an der Feier gerechnet. Das sind im Vergleich mit den Vorjahren deutlich weniger. Vor einem Jahr verfolgten 2200 Besucher die Rütlifeier. Angemeldet haben sich in diesem Jahr die Botschafter von Kolumbien, Malaysia, Liechtenstein, Polen, der Slowakei und Libyen. Die Botschaften seien speziell eingeladen worden. Für das geringere Interesse führt Hofer zwei Gründe an. Zum einen sei die Rütlifeier kein mediales Sommerthema wie im Vorjahr, zum andern würden keine umstrittenen Rednerinnen oder Redner auftreten. Auch das Interesse der Rechtsextremen scheint laut Hofer gering zu sein, sowohl aufgrund der Kartenbestellungen wie aufgrund einschlägiger Websites.

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    Im letzten Jahr hatte die Rütlikommission die Feier zuerst abgesagt, nachdem die Urkantone nicht für die Sicherheitskosten hatten aufkommen wollen. Schliesslich stellten Sponsoren die Übernahme eines Teils der Sicherheitskosten der Feier mit Bundesrätin Micheline Calmy-Rey und Nationalratspräsidentin Christine Egerszegi in Aussicht. Weil Rechtsextreme angekündigt hatten, ebenfalls aufs Rütli zu gehen, und weil die Feier zuerst nicht durchgeführt werden sollte, sei der Besuch der Rütlifeier 2007 «einem Bekenntnis zur Redefreiheit» gleichgekommen, so Hofer. Bundesrätin Micheline Calmy-Rey habe eine Welle der Solidarisierung mit dem Rütli ausgelöst.

    In diesem Jahr hält Josef Dittli, Urner Regierungsrat und Sicherheitsdirektor, die Festansprache. Die Veranstalter der traditionellen Rütlifeier und der Verein «Openair auf dem Bundesplatz – eine Schweiz mit Herz» spannen bei der Bundesfeier unter dem Motto «Gemeinsam für die Grundwerte der Schweiz» zusammen. Wer die Rütlifeier verfolgen will, braucht eine Eintrittskarte. Von den 2000 Plätzen sind 1700 für die Öffentlichkeit reserviert. Das Ticketing-System ist 2006 eingeführt worden, nachdem 2005 Bundesrat Samuel Schmid bei seiner Rede von Rechtsextremen gestört worden war. Weiter soll wiederum mit Abriegelungen und starker Polizeipräsenz das Auftreten von Rechtsextremen verhindert werden. Private Sicherheitsleute überprüfen die Billettinhaber in Luzern, wo die Extraschiffe zum Rütli abfahren.

    www.ssg-ssup.ch
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