Donnerstag, 04. Dezember 2008, 09:06:48 Uhr, NZZ Online
(ap) Die amerikanischen Streitkräfte im Irak haben einen seit über drei Wochen grundlos festgehaltenen einheimischen Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters wieder freigelassen. Er sei keine Bedrohung mehr, erklärte ein Militärsprecher. Ali al Maschhadani wurde nichts zur Last gelegt, weder bei seiner Festnahme noch bei seiner Entlassung am Donnerstag. Reuters und die britische BBC, für die der Kameramann auch arbeitet, forderten von den amerikanischen Streitkräften eine Erklärung.
Wenn es keine Gründe für eine Festnahme gebe, müssten die Journalisten ihrer Arbeit nachgehen können, erklärte Reuters-Chefredakteur David Schlesinger. Die Organisation Reporter ohne Grenzen verurteilte die Aktion und forderte den Stopp willkürlicher Festnahmen von Journalisten durch die amerikanischen Streitkräfte im Irak. Im April hatten die Amerikaner einen mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Fotografen der Nachrichtenagentur AP, Bilal Hussein, nach zwei Jahren Haft freigelassen.
Die amerikanischen Streitkräfte hatten Al Maschhadani schon einmal im August 2005 festgenommen, nachdem Soldaten sein Bildmaterial gesichtet und Fotos von Aktivitäten der Aufständischen gefunden hatten. Er kam erst am Januar 2006 wieder frei. Wenige Monate später wurde er erneut für zwei Wochen ohne Beschuldigung inhaftiert.
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