Donnerstag, 04. Dezember 2008, 07:55:40 Uhr, NZZ Online
Tanker aus Iran, Japan und Deutschland
(sda/afp) Vor der Küste Somalias haben Piraten erneut drei Schiffe gekapert. Ein iranischer, ein japanischer und ein deutscher Tanker gerieten am Donnerstag in die Gewalt von Entführern. Das teilte der Chef des Meldezentrums für Piraterie bei der Internationalen Schifffahrtsbehörde (IMB) in London am Donnerstag mit. Die Überfälle hätten sehr nah beieinander stattgefunden, er könne aber nicht sagen, ob sie von derselben Piratengruppe verübt worden seien, sagte er.
Die Namen der Schiffe und Details zu den Vorfällen wurden nicht bekanntgeben. Der deutsche Frachter sei unter der Flagge von Antigua und Barbados unterwegs gewesen. Die Schifffahrtsbehörde habe die amerikanisch geführten Marinetruppen in der Region informiert.
Zugleich kündigte der Leiter an, seine Organisation wolle Druck auf die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft ausüben, «Schritte gegen diese Bedrohung» zu unternehmen. «Ohne eine Intervention der Uno können wir nichts machen, weil Somalia keine Zentralregierung hat», sagte der Chef des IMB-Meldezentrums.
Seit dem 20. Juli gerieten bereits sechs Handelsschiffe im Golf von Aden zwischen Somalia und dem Jemen in die Gewalt von Piraten. Am Dienstag hatten Piraten einen malaysischen Frachter mit 39 Besatzungsmitgliedern gekapert.
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