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  • 9. Juli 2008, 10:38, NZZ Online

    Paris wird Hongkong

    Paris wird Hongkong

    Stadtparlament will Wolkenkratzer im Zentrum ermöglichen

    Stehen schon: Hochhäuser der Societe General bei der Defense. Stehen schon: Hochhäuser der Societe General bei der Defense. (Bild: Reuters)
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    (afp) Paris steht vor einer Revolution: Ginge es nach dem Willen der Stadt, könnten schon in ein paar Jahren Wolkenkratzer mitten im Zentrum emporschiessen. Das Stadtparlament beschloss am Dienstag, eine Studie in Auftrag zu geben, um ein 30 Jahre altes Bauverbot für Hochhäuser in den inneren Arrondissements zu kippen. Konkret geplant sind sechs Baustellen, im 12., 13., 15., 17., 18. und 20. Stadtbezirk.

    Laut der Städtebau-Expertin Anne Hidalgo soll der Stadtrat über jedes Projekt einzeln entscheiden. Sie regte zudem an, im Januar eine sogenannte Bürgerkonferenz zu organisieren, um die Meinung der Einwohner einzuholen.

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    Nach einer Reihe wenig geglückter Hochhausbauten wie etwa der Tour Montparnasse südlich der Seine hatte die Stadt 1977 den Bau von Häusern verboten, die höher als 37 Meter sind. Auch heute noch befürworten zwei Drittel der Pariser laut jüngsten Meinungsumfragen das Verbot.

    Doch der Pariser sozialistische Stadtpräsident Bertrand Delanoë will mit neuen Wohntürmen die notorische Wohnungsknappheit bekämpfen. Er beschwor die Abgeordneten, sich nicht von Meinungsumfragen leiten zu lassen, sondern davon, was im «Interesse der Allgemeinheit» liege.

    Bausünden wie bei der Tour Montparnasse werde es nicht mehr geben, versprach er. Im Kampf gegen das Tabu hat Delanoë einen einflussreichen Mitstreiter: Der Stararchitekt Jean Nouvel sagte erst kürzlich der Zeitung «Le Parisien», man müsse aufhören, «Paris als Museum zu betrachten».

     

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